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Was ich als Priester von Fulton Sheen gelernt habe

23. September 2026 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Fr. Michael Rennier, ein ehemaliger anglikanischer Pfarrer, der zur katholischen Kirche konvertierte, hat durch ein Buch von Fulton Sheen sein Verständnis des Priestertums völlig umgekrempelt


Rom (kath.net)
Fr. Michael Rennier, ein ehemaliger anglikanischer Pfarrer, der zur katholischen Kirche konvertierte, blickt auf "Aleteia" darauf zurück, wie das Buch „The Priest Is Not His Own“ von Erzbischof Fulton J. Sheen sein Verständnis des Priestertums von Grund auf veränderte.  Als junger anglikanischer Pastor in Massachusetts versuchte er, die Gemeinde bestmöglich zu leiten. Er steckte viel Energie in Gemeindewachstum, Evangelisation, effektive Sitzungen und die Buchhaltung. "Ich trug ein clerical shirt und verstand mich als Priester mit sakramentalem Dienst – im Bewusstsein, „in jeder Hinsicht katholisch“ zu sein, nur eben nicht „römisch-katholisch“. Doch erst im Rückblick wird mir klar, dass ich damals noch nicht wirklich verstanden hatte, was es bedeutet, Priester zu sein und wie tief die Weihe die Identität eines Mannes prägt.", schreibt der Priester.

In jenen frühen Jahren fiel  ihm dann ein Buch in die Hände, das sein Verständnis des Priestertums völlig umkrempelte: „The Priest Is Not His Own“ (Der Priester gehört sich nicht selbst) von Erzbischof Fulton J. Sheen. Bis zu diesem Buch betrachtete es gewissermaßen das Priestertum wie einen Beruf, bei dem man ein- und ausstemple.

"Fulton Sheen lehrte mich jedoch, dass das Priestertum eine neue Identität ist, die sich vollständig in den Dienst der Kirche übergibt. Sheen vergleicht dies mit einem zweistöckigen Haus: Im ersten Stock lebt eine leidende Familie, im zweiten Stock das Zuhause des Priesters. Wenn der Priester gelegentlich nach unten geht, um zu helfen, und danach in den Komfort seines Zuhauses zurückkehrt, ist das zwar nett – aber nicht die Fülle des Priestertums. Dem Vorbild Christi folgend, geht der Priester in die untere Wohnung dorthin, wo das Leiden ist, und bleibt dort."


Drei prägende Dimensionen des Priestertums sieht Rennier bei Fulton Sheen, die ihn auf seinem Weg in die katholische Kirche und bis heute prägen:

Der Priester ist ein Opfer: Sheen betont, dass wir bei der Feier der Heiligen Messe mit Christus sterben müssen. Wenn ein Priester nicht bereit ist, am Altar mit Christus zu sterben, kann sein Dienst kein neues Leben hervorbringen. Er mag ein guter Sozialarbeiter, Seelsorger oder Prediger sein – aber er ist kein übernatürlicher Katalysator für die Ewigkeit.

Der Priester ist eine Brücke: Niemand hat aus eigener Kraft genug Stärke für diesen Beruf. Doch das Priestertum hat eine vertikale Dimension: Es reicht hinauf zu Christus, dem Hohenpriester. Von dort empfängt der Priester die Kraft, die Menschen zu Gott zu heben.

Jeder Priester hat dieselbe Mutter: Während ich das Priestertum früher eher als reine Bruderschaft verstand, lehrte mich Sheen, dass wir alle dieselbe geistliche Mutter teilen – Unsere Liebe Frau. Ein Priester gehört nicht mehr nur sich selbst, seiner Familie oder seiner Gemeinde, sondern Maria und damit der Weltkirche. Er dient ihr nicht als Angestellter, sondern als Sohn.

Heute, als katholischer Priester, schöpfe er aus diesen Einsichten immer wieder neuen Mut und Trost. "Ich weiß, dass ich die Herausforderungen meines Dienstes nicht aus eigener Kraft bewältigen muss – Christus und Unsere Liebe Frau wirken durch uns. Das Priestertum ist eine Identität, die ein Mann ganz aus Gnade empfängt: eine Offenbarung des Herzens Gottes." so  P. Michael Rennier.

Hintergrund: 

Der US-amerikanische Bischof Sheen (*1895 in El Paso, Illinois; † 1979 in New York) hat über 50 Bücher zum Thema Glauben geschrieben und nutzte gezielt Radio und Fernsehen, um die christliche Botschaft zu verbreiten. Seine Sendungen und direkten Auftritte vor Zuhörern stießen auf riesiges Interesse, er erhielt sogar zweimal den Emmy Award für seine TV-Arbeit. 

Papst Leo XIV. erläuterte erst vor wenigen Monaten gegenüber den Missio-Nationaldirektoren: „Ich selbst habe seine Evangelisierungsarbeit in meiner Jugend miterlebt“. „Erzbischof Sheen war jahrzehntelang ein Licht des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, das durch Radio und Fernsehen strahlte“ (siehe Link).

Die Seligsprechung von Erzbischof Fulton Sheen wird am 24.9.2026 in St. Louis/USA stattfinden. Der philippinische Kardinal Luis Antonio Tagle wird der Feier im Auftrag des Papstes vorstehen.


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