
Papst-Vigil in Paris mit Jesus zugeschriebener "Heiliger Tunika"vor 1 Stunden in Chronik, keine Lesermeinung Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Von vielen Gläubigen als Reliquie verehrte Tunika wird normalerweise in der Basilika Saint-Denys in Argenteuil bei Paris aufbewahrt und ist nur selten öffentlich zu sehen.
Paris (kath.net/ KAP)
Bei der großen nächtlichen Gebetsvigil mit Papst Leo XIV. am 25. September im Stade de France soll auch die sogenannte Heilige Tunika von Argenteuil gezeigt werden. Rund 80.000 junge Menschen im Alter zwischen 17 und 35 Jahren werden zu der Begegnung mit dem Papst erwartet. Die Heilige Tunika wird normalerweise in der Basilika Saint-Denys in Argenteuil, nordwestlich von Paris, aufbewahrt. Der Überlieferung nach wird das Gewand mit der Passion Christi in Verbindung gebracht. Seine Echtheit ist wissenschaftlich umstritten, wie die französische katholische Tageszeitung "La Croix" berichtet.
Der Tradition zufolge handelt es sich um das nahtlose Gewand, über das die Soldaten nach Kreuzigung Jesu das Los warfen, wie im Johannesevangelium beschrieben. Eine Legende besagt, dass die Tunika über Jerusalem und Konstantinopel zu Karl dem Großen gelangte, der sie der Abtei von Argenteuil übergab. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Textil stark beschädigt und während der Französischen Revolution in mehrere Teile zerschnitten. Später fügte man die Stücke wieder zusammen und nähte sie im 19. Jahrhundert auf einen Trägerstoff. 
Lange Tradition als Andachtsobjekt
Wissenschaftliche Untersuchungen sprechen gegen eine Entstehung des Stoffes zur Zeit Jesu. Eine 2004 vorgenommene Radiokarbondatierung ergab mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Entstehungszeit im 6. oder 7. Jahrhundert. Die Diözese Pontoise machte die Ergebnisse damals öffentlich. Historische Quellen für die Überlieferungsgeschichte der Tunika reichen ebenfalls nicht bis in die Antike zurück.
Die katholische Kirche hat die Echtheit des Gewandes nicht verbindlich bestätigt. Unabhängig von der historischen Authentizitätsfrage besitzt es jedoch eine lange Tradition als Andachtsobjekt. Jedes Jahr am fünften Fastensonntag wird die Tunika in der Basilika Saint-Denys zur Verehrung gezeigt, normalerweise gefaltet in ihrem Reliquiar.
Außergewöhnliche öffentliche Ausstellungen des gesamten Gewandes sind dagegen selten. 2016 kamen dazu mehr als 200.000 Pilger und Besucher nach Argenteuil. Eine weitere große Ostension fand im Heiligen Jahr 2025 statt.
Bei der Vigil mit Leo XIV. soll weniger die Echtheit, sondern die religiöse Bedeutung der von vielen Gläubigen als Reliquie verehrten Tunika im Mittelpunkt stehen. Nach Angaben von "La Croix" bildet das Gebet vor der Tunika den letzten von drei Höhepunkten des Abends im Stade de France, der laut Organisatoren "ein großer Moment des Feierns, des Lehrens und des Gebets" werden soll.
Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten
Bild: Leo XVI. (C) Vatican Media
Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

LesermeinungenUm selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net) kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen. |