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Seid, was ihr empfangt - Die Eucharistie und die Verwandlung in Christus

vor 7 Stunden in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Leo XIV.: Die Eucharistie als Quelle der Einheit, als Erfüllung des Wortes Gottes und als Sakrament des kommenden Reiches. Über die Liturgie, das Wort Gottes und das Opfer der Kirche. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Denn wie der Leib einer ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus. […] Ihr aber seid der Leib Christi und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm“ (1 Kor 12, 12.27).

Bei der heutigen Generalaudienz setzte Papst Leo XIV. seine Katechesereihe über die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils fort und widmete sich weiter der Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium. Im Mittelpunkt seiner Betrachtung stand die Eucharistie, die er im Licht der Lehre des heiligen Augustinus und der Aussagen des Konzils erläuterte.

Zu Beginn erinnerte der Papst an eine Auslegung des heiligen Augustinus zum Geheimnis des Leibes Christi für die Neugetauften. Augustinus habe den paulinischen Satz „Ihr aber seid der Leib Christi und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm“ aufgegriffen und dessen Bedeutung für das eucharistische Leben der Kirche entfaltet. Leo XIV. zitierte ausführlich aus einer Predigt des Kirchenvaters: „Es ist euer eigenes Geheimnis, das ihr empfangt. Zu dem, was ihr seid, antwortet ihr: Amen, und eure Antwort ist gleichsam eure Unterschrift. Man sagt zu euch: ,Der Leib Christi‘, und ihr antwortet: ,Amen‘. Seid also Glieder des Leibes Christi, damit euer Amen wahr sei. […] Seid, was ihr seht, und empfangt, was ihr seid“.

Unmittelbar nach der Erinnerung an das Letzte Abendmahl spreche die Liturgiekonstitution über die Eucharistie in eben diesem augustinischen Sinn. Die Teilnahme am Tisch des Herrn bedeute für die Christen, „sich durch das Wort Gottes formen lassen, am Tisch des Herrenleibes Stärkung finden“ und Gott Dank darzubringen (vgl. SC 48). Wer Christus in seinem Wort und in der Eucharistie empfange, werde zu dem, was er empfange. Die Gläubigen würden zum Leib Christi, dessen Haupt der auferstandene Herr sei, der zur Rechten des Vaters sitze und den Seinen eine Stätte im Himmel bereite. Die Eucharistie sei deshalb das Sakrament des kommenden Reiches Gottes. Sie sei das Brot für den Weg, das die Gläubigen zur himmlischen Heimat führe bis zu jenem Tag, an dem „Gott alles in allem sein wird“.


Anschließend ging der Papst auf den Opfercharakter der Eucharistie ein. Die liturgische Versammlung bringe das Opfer dar „nicht nur durch die Hände des Priesters, sondern auch gemeinsam mit ihm“. In dieser Perspektive erscheine die Eucharistie als die Form des geistlichen Opfers der Christen. Sie eröffne den Weg zur Vereinigung mit Gott und zugleich zur Einheit der Menschen untereinander. Die Teilnahme an ihr lehre die Gläubigen, sich selbst darzubringen: „So sollen sie durch Christus, den Mittler, von Tag zu Tag zu immer vollerer Einheit mit Gott und untereinander gelangen, damit schließlich Gott alles in allem sei“ (SC 48). Durch die Eingliederung in Christus vermittle die Eucharistie den Lebensstil Jesu selbst, der durch die Hingabe seiner Person geprägt sei. Diese Dynamik der Selbsthingabe führe in die Einheit hinein und stelle ein Gegenmittel gegen jene Kräfte der Spaltung dar, die die Welt, die Gemeinschaften, die Familien und das Herz des Menschen bedrohten. Leo XIV. erinnerte sodann daran, dass die Gläubigen in jeder Eucharistiefeier eingeladen seien, auf das Wort Gottes zu hören und sich am Tisch des Herrn zu nähren, an dem Christus sich selbst dem Vater darbringe. Die beiden Teile der Messe, die Liturgie des Wortes und die Eucharistische Liturgie, seien nach den Worten des Konzils „so eng miteinander verbunden, dass sie einen einzigen Kultakt ausmachen“ (SC 56).

Mit Blick auf das Wort Gottes betonte der Papst, dass es nicht lediglich um den Erwerb eines intellektuellen Wissens über die Heilige Schrift gehe. Vielmehr empfange der Mensch das Wort Gottes als ein Wort, das „lebendig und wirksam“ sei, ein Wort, das Gott zugleich an alle und an jeden Einzelnen richte. Dieses Wort nähre die Gläubigen gemeinsam mit dem eucharistischen Brot und führe sie aus dem Zustand der Sünde in das neue Leben in Christus. In diesem Zusammenhang erinnerte Leo XIV. an eine Aussage Benedikts XVI.: „Die Eucharistie öffnet uns für das Verständnis der Heiligen Schrift, ebenso wie die Heilige Schrift ihrerseits das eucharistische Geheimnis beleuchtet und erklärt“ ( Benedikt XVI., Nachsybodales Apostolisches Schreiben Verbum Domini 55).

Der Papst verwies sodann auf die Forderung des Zweiten Vatikanischen Konzils: „Auf dass den Gläubigen der Tisch des Gotteswortes reicher bereitet werde, soll die Schatzkammer der Bibel weiter aufgetan werden, so dass innerhalb einer bestimmten Anzahl von Jahren die wichtigsten Teile der Heiligen Schrift dem Volk vorgetragen werden“ (SC  51).  Die Liturgiereform habe dieser Forderung durch das Lektionar entsprochen, jenes Buch, das die biblischen Lesungen für die liturgischen Feiern sammle. Diese Weite schöpfe aus der lebendigen Tradition der Kirche, die nach den Worten des Konzils die „Treue zur gesunden Überlieferung“ mit der „Offenheit für einen berechtigten Fortschritt“ verbinde.

Der Beginn des zweiten Kapitels der Liturgiekonstitution sei, so der Papst, von Verweisen auf den großen Strom der Tradition durchzogen, der von den Kirchenvätern bis in die Gegenwart reiche: „Unser Erlöser hat beim Letzten Abendmahl in der Nacht, da er überliefert wurde, das eucharistische Opfer seines Leibes und Blutes eingesetzt, um dadurch das Opfer des Kreuzes durch die Zeiten hindurch bis zu seiner Wiederkunft fortdauern zu lassen und so der Kirche, seiner geliebten Braut, eine Gedächtnisfeier seines Todes und seiner Auferstehung anzuvertrauen: das Sakrament huldvollen Erbarmens, das Zeichen der Einheit, das Band der Liebe, das Ostermahl, in dem Christus genossen, das Herz mit Gnade erfüllt und uns das Unterpfand der künftigen Herrlichkeit gegeben wird“ (SC 47).

Zum Abschluss richtete Leo XIV. einen Aufruf an die Gläubigen: Sie sollten „mit Glauben aus dieser Quelle göttlichen Lebens schöpfen und sich von dem Geheimnis verwandeln lassen, das wir feiern“.

Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Liebe Brüder und Schwestern, am heutigen Hochfest der Geburt des heiligen Johannes des Täufers hören wir auf seine Aufforderung, uns zu Christus zu bekehren, den er als das Lamm Gottes erkannt hat, das die Sünden der Welt hinwegnimmt. Folgen wir seinem Beispiel und bereiten auch wir die Wege des Herrn, damit die Welt an Christus, den Erlöser, glaubt.

Foto (c) Vatican Media

 


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Lesermeinungen

 Stefan Fleischer vor 5 Stunden 

Herzlichen Dank, Heiliger Vater,

dass Sie den Opfercharakter des Heiligen Messopfers wieder einmal so deutlich hervorgehoben haben. Dies ist eines jener Geheimnisse unseres Glaubens, das leider viel zu oft "vergessen" geht. Ganz generell wäre zu wünschen, dass unsere Verkündigung wieder mehr darauf achten würde, dass sie katholisch, allumfassend ist und bleibt. Denn nur der ganze Glaube ist der wahre Glaube, nur der ganze Gott ist der wahre Gott. Und nur die ganze Lehre kann uns Christen zu einer Gemeinschaft verbinden, in welcher Glaubenskriege, und seien sie auch nur verbal, wirksam vermieden werden können.


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