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Junge Spanier entdecken ihre katholische Identität neu

4. Mai 2026 in Jugend, keine Lesermeinung
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Aktuelle Umfragewerte deuten darauf hin, dass sich junge Menschen in Spanien in größerer Zahl als Katholiken identifizieren als noch vor wenigen Jahren.


Madrid (kath.net/jg)
Laut vorläufigen Ergebnissen des „Informe Jóvenes Españoles 2026“, einer Studie der Fundación SM, die auf Umfragen aus dem Jahr 2025 basieren, identifizieren sich 45 Prozent der Spanier im Alter von 15 bis 29 Jahren als Katholiken. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 31,6 Prozent im Jahr 2020 – ein relatives Plus von fast 50 Prozent in nur fünf Jahren. Die Zahlen umfassen jeweils sowohl praktizierende als auch nicht praktizierende Katholiken. Der vollständige Bericht wurde Ende April 2026 in Madrid vorgestellt, berichtet die spanische Ausgabe von ZENIT.

Bemerkenswert ist auch die wachsende Bedeutung, die junge Menschen der Religion zuschreiben: 38,4 Prozent geben an, dass Religion in ihrem Leben „ziemlich“ oder „sehr“ wichtig sei. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebungsreihe und ein klarer Aufwärtstrend. 2016 waren es nur 16 Prozent, 2020 waren es 22 Prozent.


Die Zahlen stehen im Kontrast zu anderen Erhebungen. Das staatliche Centro de Investigaciones Sociológicas (CIS) ermittelte 2025, dass sich nur etwa 28 Prozent der jungen Erwachsenen als Katholiken bezeichnen. Die Unterschiede könnten durch methodische Faktoren verursacht sein: Die Fundación SM, ein Institut für Bildungsforschung der Ordensgemeinschaft der Marianisten, befragt bereits ab 15 Jahren, während staatliche Umfragen oft erst Personen ab 18 Jahren befragen. Unterschiede in der Fragestellung, der Stichprobe und im Erhebungszeitpunkt können ebenfalls eine Rolle spielen.

Der ZENIT-Artikel nennt mehrere Faktoren, die zu diesem Trend beitragen könnten:

  • Demografische Entwicklungen: Religiöse Familien haben oft höhere Geburtenraten und geben ihren Glauben konsistenter weiter. Auch Zuwanderung aus religiöseren Regionen spielt eine Rolle.
  • Lebenskrisen und Sinnsuche: Die Corona-Pandemie, wirtschaftliche Unsicherheit, prekäre Jobs und der schwierige Zugang zu Wohnraum haben bei vielen jungen Menschen ein Gefühl der Instabilität erzeugt. In dieser Lage suchen einige nach tieferem Sinn jenseits materiellen Wohlstands.
  • Neue Formen der Evangelisierung: Initiativen wie strukturierte Katechese, Jugendreisen (z. B. Effetá oder Bartimeo) und Gemeinschaftserlebnisse haben seit 2020 an Zulauf gewonnen. Sie betonen persönliches Zeugnis, Gemeinschaft und emotionale Spiritualität.
  • Digitale Medien: Soziale Netzwerke, Podcasts und YouTube-Kanäle machen religiöse Inhalte zugänglich und führen oft zu realen Treffen. Statt die Säkularisierung zu verstärken, dienen digitale Plattformen paradoxerweise als Brücke zur Kirche.
  • Kontrast zur Moderne: In einer von Bildschirmen dominierten Welt gewinnen greifbare Elemente des Glaubens (Liturgie, Sakramente, Pilgerreisen, Gemeinschaft) neue Anziehungskraft. Zudem bietet die Kirche vielen jungen Menschen ein Gefühl von Zugehörigkeit und Stabilität in einer Zeit fragiler Beziehungen.

Der Artikel von ZENIT warnt jedoch vor übertriebenen Schlussfolgerungen. Nicht alle Segmente der Jugend sind gleichermaßen betroffen, und eine bloße Identifikation als Katholik muss sich nicht zwangsläufig in regelmäßiger Praxis niederschlagen. Die europäische Religionsgeschichte zeigt, dass solche Trends nicht immer von Dauer sind. Dennoch zeichnet sich ein komplexeres Bild ab als das jahrzehntelang dominierende Narrativ des unaufhaltsamen Niedergangs.

Für die katholische Kirche in Spanien könnten diese Entwicklungen bedeutsam sein: Der Aufschwung beruht nicht auf institutioneller Trägheit, sondern auf Begegnung, Gemeinschaft und authentischem Zeugnis. Er zeigt eine Generation, die trotz Distanz zu traditionellen Strukturen offen für Fragen nach Sinn, Wahrheit und Zugehörigkeit bleibt.

 


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