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| ![]() Im Horizont der Hoffnung. ‚Ohne Freude keine Zukunft‘ - Politik, Freiheit und die Würde des Menschenvor 4 Stunden in Aktuelles, keine Lesermeinung Leo XIV.: Der Materialismus und falsche Entwicklungsmodelle. Ohne Freude keine Erneuerung. Ohne Innerlichkeit keine Befreiung. Ohne Begegnung keine Politik. Ohne den anderen keine Gerechtigkeit. Von Armin Schwibach Luanda (kath.net/as) Jesus Christus, die Fülle des Menschseins und der Geschichte. Bei seiner Ankunft in Angola wurde Papst Leo XIV. im Präsidentenpalast von Luanda von Vertretern aus Politik, Zivilgesellschaft und dem diplomatischen Korps empfangen. In seiner ersten Ansprache bei diesem Abschnitt seiner Apostolischen Reise nach Afrika wandte er sich als Pilger an das Land, um den Menschen zu begegnen und die Spuren des Wirkens Gottes in ihrer Geschichte zu erkennen. Der Papst nahm die Wirklichkeit Angolas in den Blick und erinnerte daran, dass das Volk über Reichtümer verfüge, die weder gekauft noch geraubt werden könnten. Er sprach von einer Freude, die auch unter schwierigen Bedingungen fortbestehe und sich nicht durch äußere Umstände auslöschen lasse. Diese Freude bezeichnete er als eine Kraft, die Hoffnung trage und gesellschaftliche Erneuerung ermögliche. Zugleich ging Leo XIV. auf die Belastungen ein, die aus wirtschaftlicher Ausbeutung, ideologischen Einflüssen und einem Entwicklungsverständnis entstünden, das Menschen ausschließe und Ungleichheit vertiefe. Er erinnerte an die Verantwortung, diese Dynamiken zu überwinden und die Würde des Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Dabei hob er hervor, dass die Geschichte Afrikas von Verletzungen geprägt sei, die aus Eingriffen von außen ebenso wie aus inneren Spannungen hervorgegangen seien. Im Blick auf die politische Verantwortung betonte der Papst die Aufgabe der Entscheidungsträger, das Gemeinwohl über Partikularinteressen zu stellen. Unterschiede dürften nicht unterdrückt werden, sondern müssten im Dialog aufgenommen und in Prozesse der Erneuerung verwandelt werden. Konflikte seien nicht zu vermeiden, könnten jedoch zu einem Ausgangspunkt neuer Entwicklungen werden, wenn sie verantwortungsvoll getragen und gelöst würden. Ein eigener Schwerpunkt der Ansprache galt der Kritik am Materialismus und an einem rein wirtschaftlich ausgerichteten Weltverständnis. Leo XIV. sprach von einer Logik, die das Leben und die Wirklichkeit auf Tausch und Nutzen reduziere und damit den Menschen seiner Tiefe beraube. Ein Entwicklungsmodell, das sich an Besitz, Gewinn und Konsum orientiere, führe nicht zu wahrer Entfaltung, sondern verstärke Ausgrenzung, Ungerechtigkeit und innere Leere. In diesem Zusammenhang erinnerte er daran, dass Ideologien und wirtschaftliche Interessen oft den Anspruch erheben, alternativlos zu sein, während sie zugleich die geistigen und sozialen Grundlagen einer Gesellschaft untergraben. Dem stellte der Papst die Weisheit der Völker entgegen, die sich nicht auf materielle Kategorien reduzieren lasse, sowie die innere Ausrichtung des Menschen auf das Unendliche, die tiefer reiche als jede ökonomische Ordnung. Ohne diese innere Freiheit, so wurde deutlich, verliere der Mensch seine Orientierung und werde anfällig für Abhängigkeiten, Illusionen und Formen der Entfremdung, die letztlich auch das gesellschaftliche Leben zerstören. Ein besonderer Akzent lag auf der Bedeutung der Jugend. Ihre Hoffnung, ihre Fähigkeit zu träumen und ihr Wille zur Mitgestaltung wurden als entscheidende Kräfte für die Zukunft des Landes beschrieben. Leo XIV. warnte zugleich vor Mechanismen, die Resignation, Misstrauen und gesellschaftliche Spaltung förderten, und verwies auf die Gefahr, dass politische und wirtschaftliche Interessen die Gemeinschaft zersetzten. Im Zentrum der Ansprache stand die Aussage, dass wahre Erneuerung ohne Freude nicht möglich sei. Diese Freude sei nicht bloß ein persönliches Gefühl, sondern eine Kraft, die Gemeinschaft stifte und Freiheit eröffne. Sie bewahre den Menschen vor Entfremdung und führe ihn in eine lebendige Beziehung zu anderen und zur Wirklichkeit. Abschließend bekräftigte der Papst die Bereitschaft der Kirche, am Aufbau einer gerechten Gesellschaft mitzuwirken. Sie wolle als „Sauerteig“ wirken: „Die katholische Kirche, deren Wirken zum Wohle des Landes Sie, wie ich weiß, sehr schätzen, möchte Sauerteig im Teig sein und das Wachstum eines gerechten Modells des Zusammenlebens fördern, das frei ist von den Arten der Knechtschaft, die von Eliten mit viel Geld und falschen Freuden aufgezwungen werden. Nur gemeinsam werden wir die Gaben dieses wunderbaren Volkes vervielfachen können, bis hin in die städtischen Randgebiete und die entlegensten ländlichen Regionen, in denen sein Leben pulsiert und seine Zukunft vorbereitet wird. Beseitigen wir die Hindernisse für die ganzheitliche menschliche Entwicklung, indem wir gemeinsam mit jenen kämpfen und hoffen, die die Welt verworfen, Gott aber erwählt hat. So ist nämlich unsere Hoffnung entstanden: »Ein Stein, den die Bauleute verwarfen, er ist zum Eckstein geworden« (Ps 118,22), Jesus Christus, die Fülle des Menschseins und der Geschichte“. kath.net veröffentlicht die Ansprache von Papst Leo XIV. bei der Begegnung mit Vertretern aus Politik, Zivilgesellschaft und dem diplomatischen Korps, Luanda, Präsidentenpalast Herr Präsident, verehrte Autoritäten und Mitglieder des Diplomatischen Korps, meine Damen und Herren! Es ist mir eine große Freude, unter Ihnen zu sein. Ich danke Ihnen, Herr Präsident, für die Einladung nach Angola und für Ihre Begrüßungsworte. Ich komme zu Ihnen, um Ihrem Volk zu begegnen, als Pilger, der nach den Zeichen des Wirkens Gottes in diesem von ihm geliebten Land sucht. Bevor ich fortfahre, möchte ich die Opfer der starken Regenfälle und Überschwemmungen, die die Provinz Benguela heimgesucht haben, meiner Gebete versichern und den Familien, die ihre Häuser verloren haben, meine Nähe bekunden. Ich weiß auch, dass Sie, liebe Angolaner, in einer großen Kette der Solidarität mit den Betroffenen zusammenstehen. Ich möchte Ihnen in der Selbstlosigkeit des Friedens begegnen und anerkennen, dass Ihr.Volk Schätze besitzt, die weder verkäuflich noch raubbar sind. Insbesondere trägt es eine Freude in sich, die selbst die widrigsten Umstände nicht auslöschen konnten. Diese Freude, die auch Schmerz, Empörung, Enttäuschungen und Niederlagen kennt, hält stand und erwacht neu unter denen, die Herz und Verstand frei von der Verblendung durch Reichtum bewahrt haben. Sie wissen nur zu gut, dass man allzu oft auf Ihre Regionen geschaut hat und schaut, um etwas zu geben oder – häufiger noch – um etwas zu nehmen. Es gilt, diese Kette von Interessen zu durchbrechen, die die Wirklichkeit und das Leben selbst auf eine Tauschware reduziert. Afrika ist für die ganze Welt ein Reservoir der Freude und der Hoffnung, die ich ohne zu zögern als „politische“ Tugenden bezeichnen würde, denn seine jungen Menschen und seine Armen träumen noch immer, hoffen noch immer, geben sich nicht mit dem Bestehenden zufrieden, wollen sich wieder aufrichten, sich auf große Verantwortung vorbereiten und sich persönlich engagieren. Die Weisheit eines Volkes lässt sich nämlich von keiner Ideologie auslöschen und tatsächlich ist der Wunsch nach Unendlichkeit, der im menschlichen Herzen wohnt, ein Prinzip des sozialen Wandels, das tiefer geht als jedes politische oder kulturelle Programm. Ich bin hier unter Ihnen im Dienst der besten Kräfte, die die Menschen und Gemeinschaften beleben, aus denen Angola ein farbenfrohes Mosaik bildet. Ich möchte denen zuhören und Mut machen, die sich bereits für das Gute, die Gerechtigkeit, den Frieden, die Toleranz und die Versöhnung entschieden haben. Gleichzeitig möchte ich gemeinsam mit Millionen von Männern und Frauen guten Willens, die den größten Reichtum dieses Landes ausmachen, auch die Umkehr derer erbitten, die entgegengesetzte Wege einschlagen und seine harmonische und brüderliche Entwicklung behindern. Meine Lieben, ich habe die materiellen Reichtümer angesprochen, nach denen sich mächtige Interessen auch in Ihrem Land ausstrecken. Wie viel Leid, wie viele Tote, wie viele soziale und ökologische Katastrophen bringt diese ausbeuterische Logik mit sich! Wir sehen mittlerweile überall, wie sie ein Entwicklungsmodell nährt, das diskriminiert und ausgrenzt, aber dennoch vorgibt, sich als einzig mögliche Lösung durchzusetzen. Der heilige Papst Paul VI. hat bereits vor sechzig Jahren die Unruhe der Jugend scharfsinnig gedeutet und den »senilen, ja anachronistischen Zug […], das Gesicht einer merkantilen, hedonistischen und materialistischen Gesellschaft, die immer noch versucht, sich als Träger der Zukunft auszugeben« angeprangert. Und er bemerkte: »Gegen diese Illusion hat die instinktive Reaktion zahlreicher Jugendlicher, selbst in ihren Auswüchsen, eine bestimmte Bedeutung. Diese Generation steht in Erwartung von etwas ganz anderem« (Apostolisches Schreiben Gaudete in Domino, VI). Sie sind Zeugen – dank der uralten Weisheiten, die Ihr Denken und Fühlen nähren –, dass die Schöpfung Harmonie im Reichtum der Vielfalt ist. Ihr Volk hat jedes Mal gelitten, wenn diese Harmonie von der Übergriffigkeit einiger weniger verletzt wurde. Es trägt die Narben sowohl der materiellen Ausbeutung als auch der Anmaßung, eine Idee gegenüber anderen durchzusetzen. Es ist für Afrika dringend nötig, Situationen und Phänomene von Konflikten und Feindseligkeiten zu überwinden, die das soziale und politische Gefüge vieler Länder zerreißen und Armut und Ausgrenzung fördern. Nur in der Begegnung blüht das Leben auf. Am Anfang steht der Dialog. Dies schließt Meinungsverschiedenheiten nicht aus, die zu Konflikten werden können. Mein verehrter Vorgänger, Papst Franziskus, hat uns dazu eine unvergessliche Interpretation geliefert, als er bemerkte: »Wenn ein Konflikt entsteht, schauen einige nur zu und gehen ihre Wege, als ob nichts passiert wäre. Andere gehen in einer Weise darauf ein, dass sie zu seinen Gefangenen werden, ihren Horizont einbüßen und auf die Institutionen ihre eigene Konfusion und Unzufriedenheit projizieren. Damit wird die Einheit unmöglich. Es gibt jedoch eine dritte Möglichkeit, und dies ist der beste Weg, dem Konflikt zu begegnen. Es ist die Bereitschaft, den Konflikt zu erleiden, ihn zu lösen und ihn zum Ausgangspunkt eines neuen Prozesses zu machen. „Selig, die Frieden stiften“ (Mt 5, 9)« (Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 227). Angola kann sich stark weiterentwickeln, wenn vor allem Sie, die Sie im Land Verantwortung tragen, an die Vielfältigkeit seines Reichtums glauben. Fürchten Sie sich nicht vor Meinungsverschiedenheiten, ersticken Sie nicht die Visionen der Jugend und die Träume der Älteren, seien Sie in der Lage, Konflikte zu bewältigen und sie in Wege der Erneuerung zu verwandeln. Stellen Sie das Gemeinwohl über das Partikularinteresse und verwechseln Sie niemals Ihren Teil mit dem Ganzen. Die Geschichte wird Ihnen dann Recht geben, auch wenn Ihnen im Moment jemand feindlich gesinnt sein mag. Ich habe von der Freude und der Hoffnung gesprochen, die Ihre junge Gesellschaft prägen. Gewöhnlich werden diese als persönliche, private Gefühle betrachtet. Sie sind jedoch eine intensive und ansteckende Kraft, die jeder Resignation und jeder Versuchung, sich abzuschotten, entgegenwirkt. Despoten und Tyrannen des Körpers und des Geistes wollen die Seelen passiv machen und die Leidenschaften öde, zur Trägheit neigend, fügsam und der Macht unterworfen. In der Traurigkeit sind wir nämlich unseren Ängsten und Einbildungen ausgeliefert; wir flüchten uns in Fanatismus, in Unterwerfung, in den Medienlärm, in die Illusion des Reichtums, in den identitären Mythos. Unzufriedenheit, das Gefühl der Ohnmacht und der Entwurzelung trennen uns anstatt uns miteinander zu verbinden und verbreiten ein Klima der Entfremdung vom Gemeinwesen, der Achtlosigkeit gegenüber dem Unglück anderer und der Verweigerung jeglicher Brüderlichkeit. Diese Uneinigkeit zerstört die grundlegenden Beziehungen, die jeder zu sich selbst, zu anderen und zur Realität unterhält. So bemerkte Papst Franziskus weiter: »Die beste Methode, zu herrschen und uneingeschränkt voranzuschreiten, besteht darin, Hoffnungslosigkeit auszusäen und ständiges Misstrauen zu wecken, selbst wenn sie sich mit der Verteidigung einiger Werte tarnt. Heute verwendet man in vielen Ländern den politischen Mechanismus des Aufstachelns, Verhärtens und Polarisierens« (Enzyklika Fratelli tutti, 15). Von dieser Entfremdung befreit uns die wahre Freude, die der Glaube nicht zufällig als Gabe des Heiligen Geistes erkennt. Und so schrieb der heilige Paulus: »Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit« (2 Kor 3,17). Die Freude ist in der Tat das, was das Leben intensiver macht und in das offene Feld der Gemeinschaft führt: Jeder freut sich, wenn er seine zwischenmenschlichen Fähigkeiten einbringt, wenn er erkennt, dass er zum Gemeinwohl beiträgt, und dass er als einzigartige Person in seiner Würde anerkannt ist, in einer Gemeinschaft von Begegnungen, die sich vermehren und den Geist weiten. Die Freude versteht es, auch in den dunkelsten Bereichen der Stagnation und der Bedrängnis Wege zu bahnen. Prüfen wir also unser Herz, meine Lieben, denn ohne Freude gibt es keine Erneuerung; ohne Innerlichkeit gibt es keine Befreiung; ohne Begegnung gibt es keine Politik; ohne den anderen gibt es keine Gerechtigkeit. Gemeinsam können Sie Angola zu einem Projekt der Hoffnung machen. Die katholische Kirche, deren Wirken zum Wohle des Landes Sie, wie ich weiß, sehr schätzen, möchte Sauerteig im Teig sein und das Wachstum eines gerechten Modells des Zusammenlebens fördern, das frei ist von den Arten der Knechtschaft, die von Eliten mit viel Geld und falschen Freuden aufgezwungen werden. Nur gemeinsam werden wir die Gaben dieses wunderbaren Volkes vervielfachen können, bis hin in die städtischen Randgebiete und die entlegensten ländlichen Regionen, in denen sein Leben pulsiert und seine Zukunft vorbereitet wird. Beseitigen wir die Hindernisse für die ganzheitliche menschliche Entwicklung, indem wir gemeinsam mit jenen kämpfen und hoffen, die die Welt verworfen, Gott aber erwählt hat. So ist nämlich unsere Hoffnung entstanden: »Ein Stein, den die Bauleute verwarfen, er ist zum Eckstein geworden« (Ps 118,22), Jesus Christus, die Fülle des Menschseins und der Geschichte.
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