Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  2. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  3. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  4. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  5. "Menschenhandel bleibt Menschenhandel"
  6. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  7. Vatikan: Neues Café auf Kuppel des Petersdoms öffnet im Herbst
  8. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  9. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  10. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  11. 'Weihnachten im Juli': Der Gedenktag der Heiligen Drei Könige
  12. Deutsches Auswärtiges Amt verzichtet auf Genderschreibweise
  13. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  14. Papst bleibt in Bewegung: Dritter Ausflug von Castel Gandolfo aus
  15. Nach dem WM-Krimi um 3. Platz - England- und Frankreich-Stars vereint im Gebet

Vatikan warnt bei UN-Konferenz vor Gewalt gegen Christen

9. März 2026 in Schweiz, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Erzbischof Balestrero in Genf bei Menschenrechtsrat: Jeder siebte Christ betroffen - Religionsfreiheit oftmals "eher Privileg statt Menschenrecht".


Genf (kath.net/ KAP) 
Auf das weltweite Ausmaß der Gewalt und Diskriminierung gegen Christen hat der Vatikan hingewiesen. Erzbischof Ettore Balestrero, ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, erinnerte am Mittwoch bei einer Konferenz des UN-Menschenrechtsrates in Genf daran, dass fast 400 Millionen Christen weltweit Verfolgung oder Gewalt erleben - das entspreche jedem siebten Christen. Fast 5.000 Menschen wurden 2025 allein wegen ihres Glaubens getötet, im Schnitt 13 pro Tag. "Diese Zahlen zeigen, dass Religionsfreiheit in vielen Kontexten eher als Privileg denn als fundamentales Menschenrecht betrachtet wird", warnte Balestrero. Die Getöteten seien "Zeugen ihres Glaubens", Märtyrer im ursprünglichen Sinne, deren Werte die Logik von Macht infrage stellten.
Balestrero betonte, dass Staaten verpflichtet seien, die Religionsfreiheit zu respektieren, zu schützen und zu fördern. Dazu gehöre auch, Gläubige vor Angriffen zu schützen, bevor, während und nach einer Attacke. Er warnte vor "höflicher Verfolgung" in Europa, etwa schleichender Ausgrenzung, rechtlichen Beschränkungen oder Diskriminierung im Bildungs- und Berufsleben. Zahlreiche Fälle seien auch aus Europa dokumentiert, darunter Strafverfahren gegen Menschen, die Bibelverse zitierten, oder gegen Eltern und Lehrer, die Kinder im Glauben unterrichten wollten. "Es sind ernste Menschenrechtsverletzungen, verübt von Behörden, die eigentlich den Schutz garantieren müssten. Dieser Widerspruch muss ein Ende haben", mahnte Balestrero.


Der Apostolische Nuntius erinnerte zudem an konkrete Bedrohungen durch Gesetzesinitiativen, wie etwa in Frankreich, wo christliche Krankenhäuser und Pflegeheime bei Einführung eines neuen Rechts auf Euthanasie gezwungen würden, Praktiken anzuwenden, die gegen ihre religiösen Grundsätze verstoßen. Die Weigerung könnte Geldstrafen, Gefängnis oder den Entzug öffentlicher Förderungen nach sich ziehen. "Viele Brüder und Schwestern tragen heute dasselbe Kreuz wie unser Herr, weil sie in schwierigen und feindseligen Kontexten Zeugnis für ihren Glauben ablegen", zitierte Balestrero Papst Leo XIV.
Der Vatikan-Diplomat schloss mit einer symbolischen Botschaft: Die Kreuzesform stehe für die menschliche Öffnung zur Transzendenz (vertikale Linie) und die Bindung untereinander (horizontale Linie). Angriffe auf Christen bedeuteten Angriffe auf beide Dimensionen: Die Beziehung zu Gott werde unterdrückt, die ethischen und sozialen Bindungen der Gemeinschaften zerfallen. "Ohne Religionsfreiheit, Gedankenfreiheit und Respekt für andere gibt es keinen Frieden", so Balestrero unter Berufung auf Papst Franziskus.

Bei der anschließenden Debatte bestätigten Experten, dass auch in Europa die Diskriminierung von Christen zunimmt, von Verboten öffentlicher Gebete bis zu rechtlichen Einschränkungen der kirchlichen Autonomie.
Die UN-Sonderberichterstatterin für Religionsfreiheit, Nazila Ghanea, unterstrich: "Christen stehen nicht allein und sollten nicht alleine gelassen werden." Angriffe gegen sie sollen als Angriffe auf die Menschenrechte verstanden werden. Opfern religiöser Verfolgung werde oft vielfache und sich überschneidende Gewalt angetan.
Auf Entwicklungen in Europa machte Anja Tang, Direktorin der in Wien beheimateten Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa (OIDAC) aufmerksam. Antichristliche Vorfälle sowie rechtliche Einschränkungen der Religionsfreiheit nähmen zu, sagte sie. Tang verwies unter anderem auf den Mord an dem assyrischen Christen Aushur Sarnaya in Frankreich im Jahr 2024, der während eines Livestreams seines Glaubenszeugnisses getötet wurde. Zudem gebe es in mehreren europäischen Ländern Strafverfahren gegen Christen wegen Äußerungen zu religiösen oder moralischen Fragen. "Mehrere europäische Regierungen haben Einzelpersonen durch Strafverfahren ins Visier genommen, weil sie friedlich ihre religiösen Überzeugungen geäußert haben", erklärte Tang.

Neben der Analyse der Lage ging es auch um konkrete Hilfsmaßnahmen. Marie-Thérèse Pictet-Althann hob die humanitäre Arbeit des Souveränen Malteserordens hervor, der weltweit verfolgte christliche Gemeinschaften durch Krankenhäuser, Schulen und Hilfsprogramme unterstützt. Márk Aurél Érszegi stellte zudem das ungarische Regierungsprogramm "Hungary Helps" vor, das Hilfe direkt über Kirchen und lokale Partner an betroffene Gemeinden leitet.
Moderiert wurde die Veranstaltung von der ungarischen UN-Botschafterin Zsófia Havasi. Sie betonte zum Abschluss, der Einsatz für verfolgte Christen bedeute keine Bevorzugung einer bestimmten Gruppe, sondern stärke den universellen Schutz der Religionsfreiheit. Der Schutz dieses Grundrechts, so Havasi, sei eine Voraussetzung für friedliches Zusammenleben in pluralistischen Gesellschaften.

Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

Foto: Kinderfoto von einem eingestürzten Wohnhaus in Aleppo, Archiv (C) Kirche in Not


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 gebsy 9. März 2026 

Des Menschen größter Feind

ist der Mensch.
Warum ist das so?
Hat Jesus diesen Umstand berücksichtigt, als er am Berg predigte?
Ganz sicher!
Würde der Mensch Gottes Wort beherzigen, wären "Menschenrechte" nicht nötig ...


0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. „Wir können nicht sagen, dass das, was 1.600 Jahre lang getan wurde, jetzt nicht mehr gültig sei“
  3. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  4. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  5. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  6. "Menschenhandel bleibt Menschenhandel"
  7. DANKE JUSTIN! - Kanadischer Sänger bringt Stadion während WM-Finale mit „Halleluja“ zum Schweigen!
  8. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  9. Vatikan: Neues Café auf Kuppel des Petersdoms öffnet im Herbst
  10. Nach dem WM-Krimi um 3. Platz - England- und Frankreich-Stars vereint im Gebet
  11. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  12. Kardinal Burke: ‚Die Synodalität muss gestoppt werden‘
  13. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  14. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi
  15. Birkenstock springt auf "Nun Girl Summer"-Trend auf: Animierte Filz-Nonne in Birkenstock-Sandalen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz