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Die Brücken der Kirche: Papst Leo XIV. über seine Apostolische Reise durch Afrika

vor 3 Stunden in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Leo XIV.: Begegnung, Versöhnung und die Sendung der Kirche in Afrika. Vier Länder, eine Botschaft: Einheit, Glaube und Zukunft. Ein ‚unschätzbarer Reichtum für mein Herz und meinen Dienst‘. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder, einige aber hatten Zweifel. Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,16-20).

Bei der Generalaudienz am Mittwoch legte Papst Leo XIV. eine ausführliche Rückschau auf seine Apostolische Reise vom 13. bis 23. April vor, die ihn nach Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea geführt hatte. Im Mittelpunkt der Katechese stand die geistliche und kirchliche Bedeutung dieser Etappen sowie deren Zusammenhang mit den gegenwärtigen Herausforderungen der Welt.

Zu Beginn stellte der Papst den inneren Antrieb der Reise dar. Bereits zu Beginn seines Pontifikats habe er den Wunsch getragen, nach Afrika zu reisen, und brachte dies in Dank gegenüber Gott zum Ausdruck: „Ich danke dem Herrn, dass er mir gewährt hat, sie zu vollziehen, als Hirte, um dem Volk Gottes zu begegnen und es zu ermutigen; und auch, sie als Botschaft des Friedens zu leben in einem historischen Moment, der von Kriegen und von schweren und häufigen Verletzungen des Völkerrechts geprägt ist“. Ebenso brachte er seinen Dank gegenüber den Bischöfen, den zivilen Autoritäten und allen Beteiligten der Organisation zum Ausdruck.

Die erste Station in Algerien deutete Leo XIV. im Licht der Vorsehung: genau das Land, in dem sich die Stätten des Heiligen Augustinus befinden. Dort habe sich für ihn eine doppelte Bewegung ergeben: „So fand ich mich einerseits darin wieder, von den Wurzeln meiner geistlichen Identität neu aufzubrechen, und andererseits sehr wichtige Brücken für die Welt und die Kirche von heute zu durchschreiten und zu festigen: die Brücke zur fruchtbaren Epoche der Kirchenväter; die Brücke zur islamischen Welt. Die Brücke zum afrikanischen Kontinent“. Die Begegnungen hätten gezeigt, dass ein gemeinsames Leben möglich sei, „auch von verschiedenen Religionen, wenn man sich als Kinder desselben barmherzigen Vaters erkennt“. Zugleich habe die Station eine Rückkehr zur Gestalt des Augustinus von Hippo ermöglicht, der „mit seiner Lebenserfahrung, seinen Schriften und seiner Spiritualität ein Meister in der Suche nach Gott und der Wahrheit ist“, ein Zeugnis, „heute mehr denn je wichtig für die Christen und für jeden Menschen“.


In den weiteren besuchten Ländern mit überwiegend christlicher Bevölkerung beschrieb der Papst eine Atmosphäre des Glaubens und der Aufnahme. Dabei griff er auf das Evangelium zurück und erinnerte an das Verhalten Jesu gegenüber den Menschen: „Er sah sie dürstend und hungernd nach Gerechtigkeit, verkündete ihnen: ‚Selig die Armen, selig die Sanftmütigen, selig die Friedensstifter…‘ und, indem er ihren Glauben erkannte, sagte er: ‚Ihr seid das Salz der Erde und das Licht der Welt‘“. Für Kamerun stand die Thematik von Versöhnung und Frieden im Mittelpunkt. Die Reise habe es ermöglicht, „den Aufruf zu stärken, uns gemeinsam für die Versöhnung und den Frieden einzusetzen, denn auch dieses Land ist leider von Spannungen und Gewalt geprägt“. Den Besuch in Bamenda sah der Papst als Ermutigung zur gemeinsamen Arbeit am Frieden. Kamerun, oft als „Afrika im Kleinen“ bezeichnet, zeige zugleich die zentralen Herausforderungen des Kontinents: „die einer gerechten Verteilung der Reichtümer. Die, den Jugendlichen Raum zu geben, indem man die endemische Korruption überwindet. Die, eine ganzheitliche und nachhaltige Entwicklung zu fördern, indem man den verschiedenen Formen des Neokolonialismus eine weitsichtige internationale Zusammenarbeit entgegensetzt“. Leo XIV. verband dies mit dem Gebet, dass der während der Reise erfahrene Geist der Einheit lebendig bleibe und zukünftige Entscheidungen leite.

Die dritte Etappe in Angola stellte der Papst in den historischen Kontext eines Landes, das nach der Unabhängigkeit eine Phase innerer Konflikte durchlebt hatte. In dieser Geschichte habe Gott die Kirche geführt und gereinigt, „indem er sie immer mehr zum Dienst am Evangelium, an der menschlichen Förderung, an der Versöhnung und am Frieden bekehrt hat“. Die Formel „Freie Kirche für ein freies Volk“ brachte diesen Zusammenhang zum Ausdruck. Besonders hob er den Marienwallfahrtsort Mamã Muxima hervor, wo er „das Herz des angolanischen Volkes schlagen fühlte“. Die Begegnungen hätten vielfältige Zeugnisse sichtbar gemacht: Ordensleute als „Prophetie des Himmelreiches“, Katecheten im Dienst der Gemeinschaft, vom Leben gezeichnete ältere Menschen sowie Männer und Frauen, „die im Rhythmus von Gesängen des Lobes des auferstandenen Herrn tanzten, Fundament einer Hoffnung, die den Enttäuschungen widersteht, die durch Ideologien und leere Versprechen der Mächtigen verursacht werden“. Eine derartige Hoffnung sei nicht ohne konkrete Verantwortung zu denken. In diesem Zusammenhang formulierte Leo XIV. den Auftrag der Kirche: „Diese Hoffnung verlangt ein konkretes Engagement, und die Kirche hat die Verantwortung, mit dem Zeugnis und mit der mutigen Verkündigung des Wortes Gottes die Rechte aller anzuerkennen und ihren tatsächlichen Respekt zu fördern“. Gegenüber den staatlichen Autoritäten habe er die Bereitschaft der katholischen Kirche bekräftigt, diesen Beitrag insbesondere im Gesundheits- und Bildungsbereich weiter zu leisten.

Letzte Station: Äquatorialguinea, dessen christliche Geschichte auf 170 Jahre Evangelisierung zurückreichen. Dort habe das Volk „mit der Weisheit der Tradition und dem Licht Christi die Ereignisse seiner Geschichte durchschritten“ und in den Tagen des Besuchs „seinen Willen erneuert, geeint auf eine Zukunft der Hoffnung zuzugehen“. Ein besonderes Ereignis sei der Besuch im Gefängnis von Bata gewesen, wo die Gefangenen „aus voller Kehle ein Lied des Dankes an Gott und an den Papst sangen und darum baten, ‚für ihre Sünden und ihre Freiheit‘ zu beten. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Und dann haben sie mit mir unter strömendem Regen das ‚Vaterunser' gebetet. Ein echtes Zeichen für das Reich Gottes!“. Auch die Begegnung mit den Jugendlichen im Stadion von Bata habe unter Regen stattgefunden. Per Papst beschrieb es als Ausdruck gemeinschaftlichen Glaubens: „ein Fest der christlichen Freude, mit bewegenden Zeugnissen von jungen Menschen, die im Evangelium den Weg eines freien und verantwortlichen Wachstums gefunden haben“. Den Abschluss bildete die Eucharistiefeier am Tag darauf, die den Besuch und die gesamte Reise zusammenfasste.

Zum Ende der Katechese weitete Leo XIV. den Blick auf die Bedeutung solcher Reisen für die Völker Afrikas und erklärte: „Der Besuch des Papstes ist für die afrikanischen Bevölkerungen eine Gelegenheit, ihre Stimme hören zu lassen, die Freude auszudrücken, Volk Gottes zu sein, und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, auf Würde für jeden und für alle“. Abschließend verband der Papst seine persönliche Erfahrung mit einem besonderen Dank: „Ich bin froh, ihnen diese Möglichkeit gegeben zu haben, und zugleich danke ich dem Herrn für das, was sie mir geschenkt haben - einen unschätzbaren Reichtum für mein Herz und meinen Dienst.

Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Liebe Brüder und Schwestern deutscher Sprache, die Apostolische Reise nach Afrika war mir eine willkommene Gelegenheit, erneut auf den Spuren des heiligen Augustinus zu wandeln. Das Beispiel dieses großen Kirchenlehrers helfe uns, Gott zu suchen, der uns in Jesus Christus „alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis“ (Kol 2,3) und den wahren Frieden schenkt.

Foto (c) Vatican Media

 


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