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‚Damit sie das Leben haben‘. Der Gute Hirte und die Tür

26. April 2026 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Leo XIV.: Freiheit, Gewissen und die Führung Christi. Die Plünderung der Welt und die Entscheidung des Herzens. Wer sind die ‚Diebe‘, die versucht haben, in unsere Umfriedung einzudringen? Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Beim Mittagsgebet des Regina Caeli am vierten Sonntag der Osterzeit, 63. Weltgebetstag um geistliche Berufungen, entfaltete Papst Leo XIV. die Worte des Evangeliums vom Guten Hirten und von der Tür zum Schafstall (vgl. Joh 10,1–10) und legte sie als Maßstab für das Verständnis des christlichen Lebens aus. Im Zentrum stand die Gegenüberstellung von Hirte und Dieb, in der sich die Entscheidung über den Weg des Menschen verdichte. „Jesus stellt den Hirten und den Dieb einander gegenüber“, so der Papst: „Er sagt nämlich: ‚Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber‘“, und weiter: „‚Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben‘“.

In diesen Worten werde sichtbar, dass der Hirte in einer besonderen Beziehung zu den Schafen stehe, die ihm den Zugang durch die Tür eröffne, während derjenige, der von außen eindringe, als Fremder erscheine, der rauben wolle. Diese Freundschaftsbeziehung sei nicht abstrakt, sondern konkret und personal, denn Christus selbst vollziehe sie: „Jesus sagt uns, dass er durch eine Freundschaftsbeziehung mit uns verbunden ist: Er kennt uns, ruft uns beim Namen und leitet uns. Er sucht uns, wie ein Hirte seine Schafe, wenn wir uns verirren und er verbindet unsere Wunden, wenn wir verletzt sind“. Daraus erschließe sich der Gegensatz zum Handeln des Diebes, der nicht führt, sondern zerstört. Christus hingegen nehme nicht, sondern gebe, und so werde deutlich: „Jesus kommt nicht wie ein Dieb, um uns unser Leben und unsere Freiheit zu rauben, sondern um uns auf die rechten Wege zu führen“. Das Gewissen werde dabei nicht vereinnahmt, sondern erleuchtet, das Leben nicht eingeschränkt, sondern geöffnet, denn Christus komme „nicht, um unsere irdischen Freuden zu trüben, sondern um sie für ein erfüllteres und dauerhaftes Glück zu öffnen“. Daher gelte: „Wer sich ihm anvertraut, hat nichts zu befürchten: Er tötet unser Leben nicht ab, sondern kommt, um es uns in Fülle zu schenken“.


Von dieser Mitte her wandte sich die Katechese der Verantwortung des Menschen zu und lenkte den Blick auf die „Umfriedung unseres Herzens und unseres Lebens“, in die eingelassen werde, was den Menschen prägt: „Wir sind aufgerufen, uns zu besinnen und vor allem auf die Umfriedung unseres Herzens und unseres Lebens zu achten, denn wer dort Einlass findet, kann die Freude vervielfachen oder sie uns - wie ein Dieb - rauben“. Die Gestalt dieser „Diebe“ beschrieb der Papst in verschiedenen Dimensionen des persönlichen und gesellschaftlichen Lebens: „Die ‚Diebe‘ können viele Gesichter haben: Es sind jene, die ungeachtet des äußeren Anscheins unsere Freiheit ersticken oder unsere Würde nicht achten. Es sind Überzeugungen und Vorurteile, die uns daran hindern, einen heiteren Blick auf andere und auf das Leben zu werfen. Es sind falsche Vorstellungen, die uns dazu verleiten können, schlechte Entscheidungen zu treffen. Es sind oberflächliche oder von Konsumdenken geprägte Lebensweisen, die uns innerlich aushöhlen und uns dazu treiben, nur noch außerhalb unserer selbst zu leben“. In diese Reihe gehörten auch jene „Diebe“, die im größeren Maßstab wirkten, „die durch die Plünderung der Ressourcen der Erde, durch das Führen blutiger Kriege oder durch das Nähren des Bösen in jeglicher Form nichts anderes tun, als uns allen die Möglichkeit einer Zukunft in Frieden und Unbeschwertheit zu rauben“.

In dieser Perspektive stellte sich die Frage nach der Entscheidung des Menschen, die nicht theoretisch bleibe, sondern konkret das eigene Leben betreffe: „Von wem wollen wir uns in unserem Leben leiten lassen? Welches sind die ‚Diebe‘, die versucht haben, in unsere Umfriedung einzudringen? Ist es ihnen gelungen, oder konnten wir sie zurückdrängen?“. Das Evangelium dieses Sonntags eröffne so den Raum des Vertrauens, in dem Christus als der gute Hirte erscheine, der nicht nehme, sondern gebe, „der das Leben mehrt und es uns in Fülle schenkt“.

 


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Lesermeinungen

 Stefan Fleischer 26. April 2026 

Und bei alledem gilt es

auch die Mahnungen des Völkerapostels nicht ausser Acht zu lassen: «Wenn wir unsere Hoffnung nur in diesem Leben auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen.» (1.Kor 15,19) «Unsere Heimat aber ist im Himmel. Von dorther erwarten wir auch Jesus Christus, den Herrn, als Retter.» (Phil 3,20)


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