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Ermittlungen im Fall Orlandi offenbar an einem Wendepunkt

30. Dezember 2025 in Chronik, keine Lesermeinung
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Römische Staatsanwaltschaft ermittelt laut Medienberichten gegen eine wichtige Zeugin im Fall der 1983 verschwundenen Vatikan-Bürgerin


Rom (kath.net/KAP) Einer der rätselhaftesten Fälle der italienischen Kriminalgeschichte steht nach 42 Jahren offenbar vor einem Wendepunkt. Italienische Medien berichteten in den vergangenen Tagen, dass die römische Staatsanwaltschaft gegen eine wichtige Zeugin im Fall Emanuela Orlandi ermittle. Die damals 15-jährige Orlandi, deren Vater Vatikan-Angestellter war, verschwand 1983 spurlos in Rom.

Die Zeugin (heute 57) hat laut den Medienberichten die Ermittler seinerzeit mit widersprüchlichen Falschaussagen auf falsche Fährten gebracht. Sie hatte behauptet, ihre damalige Freundin Orlandi zuletzt vor einer mutmaßlichen Entführung gesehen zu haben. Anschließend berichtete sie von mysteriösen Telefonanrufen, in denen es um eine Erpressung zugunsten einer Befreiung des damals in Rom inhaftierten Papst-Attentärers Ali Agca ging.


Spektakuläre Ermittlungen ohne Erfolg

Auf dieser Grundlage entwickelten sich in den Folgejahren die unterschiedlichsten Vermutungen, die wiederum im Rahmen von mehreren großangelegten Ermittlungsverfahren überprüft wurden, aber nie zu einer Klärung führten. Dabei wurden unter anderem ein Grab in einer Opus-Dei-Kirche in Rom und ein Friedhof im Vatikan umgegraben. Eine Netflix-Serie ("Vatican Girl") brachte den mysteriösen Fall 2022 einmal mehr weltweit in die Schlagzeilen.

Die Aussagen der damals 15-jährigen Zeugin, die den Untersuchungen zugrunde lagen, wurden unlängst in einem eigens zum Fall Orlandi eingesetzten Untersuchungsausschuss des italienischen Parlaments nochmals überprüft. Dabei gab die Zeugin diesmal an, sich an fast nichts erinnern zu können.

Das wiederum rief die Staatsanwaltschaft auf den Plan, der ganz andere Aussagen derselben Zeugin aus den 1980er Jahren vorlagen. Die Tatsache, dass sie auch damals schon mehrere widersprüchliche Versionen über die Zeit unmittelbar vor und nach dem Verschwinden Orlandis zu Protokoll gegeben hatte, erscheint nun in einem anderen Licht.

Copyright 2025 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
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