Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Leo XIV. über Piusbruderschaft: „Wenn sie sich dafür entscheiden, bedauere ich das. Aber…“
  2. Netzwerk „TradRecovery“ hilft Aussteigern aus radikalem Traditionalismus
  3. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  4. „Alles, was auch nur entfernt katholisch aussieht, zu hinterfragen, davor zu warnen“
  5. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  6. Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
  7. „NMECHA hat mehr für den christlichen glauben getan als die letzten kirchentage der @EKD“
  8. Vom „Seelenamt“ zum „Auferstehungsamt“
  9. Moskauer Patriarch Kyrill könnte auf EU-Sanktionsliste kommen
  10. Erzbischof von Mailand feiert Messe für LGBT-Gruppe am Fest des Heiligsten Herzens Jesu
  11. Besorgniserregende antidemokratische und gewaltaffine Haltungen bei jungen Muslimen
  12. Die Menschenwürde hat keinen Reisepass
  13. Verbrechen gegen Menschlichkeit und gegen das Christentum durch Russland!
  14. ‚Das Christentum ist in Deutschland inzwischen fast so bedroht wie das Auerhuhn‘
  15. Voodoo-inspirierte Installationen in Kirchen? „Wie konnte das Erzbistum Paris so etwas genehmigen?“

Die Sache mit der Kathedra als ‚Altar’

15. Mai 2025 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Über Wahrheit, Sendung und die Berufung des Lehrens – Anmerkungen zu einer Ansprache Papst Leo XIV. und ihrem Geist aus dem Herzen des heiligen Augustinus. Berufung, Sendung und das Evangelium der Schule. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Dreihundert Jahre sind vergangen seit der Bulle In apostolicae dignitatis solio, mit der Benedikt XIII. das Institut der Fratres Scholarum Christianarum approbierte – jener Brüder, die unter der geistlichen Führung des heiligen Johannes Baptist de La Salle das Antlitz des christlichen Unterrichts nachhaltig geprägt haben. Zum 75. Jubiläum der Proklamation ihres Gründers als Patron aller Erzieher (Pius XI.) hat Papst Leo XIV. die Brüder am 15. Mai 2025 in der Sala Clementina empfangen.

In seiner Ansprache an die Brüder hebt Leo XIV. zwei Linien hervor, die das Charisma der Lasallianer durchziehen: die Zeitgenossenschaft des Evangeliums – und das priesterlich-missionarische Wesen jeder echten Lehre. Beide Aspekte sind zutiefst auf die Wahrheit hingeordnet. Denn wenn, wie Augustinus schrieb, veritas habitat in interiore homine – „die Wahrheit wohnt im Innersten des Menschen“ –, dann ist es Aufgabe des christlichen Erziehers, eben dorthin vorzudringen: zur Tiefe des Herzens, wo das Licht Gottes das bloß Faktische transzendiert.


Leo XIV. betont, dass die Jugend – heute wie in jeder Epoche – „ein Vulkan des Lebens“ sei. Doch dieser Strom an Energie bedarf der Form, der Führung, der geistigen Ausrichtung. Ohne sie verkommt er zur bloßen Zersplitterung. Der Papst nennt mit eindringlicher Präzision die Krankheiten der Gegenwart: die Vereinzelung, das instabile Affektleben, den Individualismus, vor allem aber „die Verbreitung von Denkmustern, die durch Relativismus geschwächt sind“. Hier werde deutlich, dass die pädagogische Sendung nicht in der bloßen Vermittlung von Wissen besteht, sondern in der Durchformung des Geistes. In diesem Sinn ist die christliche Schule ein Ort der Evangelisierung.

Der Lehrer erscheint so in einem gleichsam priesterlichen Licht. Leo XIV. scheut es nicht, wie der Heilige de La Salle von der Kathedra als einem „Altar“ zu sprechen. Damit knüpft er an eine Theologie der Lehre an, wie sie bereits der heilige Thomas von Aquin entfaltet: docere est quasi ministrare doctrinam divinam - Lehren heißt, die göttliche Wahrheit wie ein Sakrament zu spenden. Der Unterricht ist nicht einfach Dienst an der Gesellschaft – er ist Teilhabe am dreifachen Amt Christi, das durch die Taufe in jeden Getauften eingesenkt ist: priesterlich, prophetisch, königlich.

Gerade in dieser Sakralität liegt für den Papst seine Dringlichkeit. Denn eine Wahrheit, die nicht geschenkt, sondern „konstruiert“ wird, verliert ihre Kraft. Sie kann nicht befreien. Augustinus rief ja aus: Quid enim fortius desiderat anima quam veritatem? – „Was sehnt sich die Seele mehr als nach der Wahrheit?“. Darum ist die Sendung des christlichen Lehrers für Leo XIV. kein Beruf im modernen Sinn, sondern eine Berufung. Sie ist Antwort auf ein „Du“, das ruft.

Leo XIV. schloss mit der Bitte um neue Berufungen für die Brüder. Es ist ein leiser, aber umso eindringlicherer Appell: die christliche Schule solle wieder werden, was sie in der Vision La Salles war - ein heiliger Ort, an dem Herzen geformt und Berufungen geboren werden. In seinem Wort klingt die Überzeugung mit, die die ganze Kirche tragen muss: Wo die Wahrheit geliebt wird, dort beginnt die Erneuerung der Welt.

Foto (c) Vatican Media

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 SalvatoreMio 16. Mai 2025 
 

Es haut mich um!

Eine einzige solcher Ansprachen enthält soviel Klugheit und Weisheit, da wird man wieder Stolz auf das Katholischsein!


2
 
 Paddel 16. Mai 2025 

Leo XIV ist ein Pilger der Hoffnung


4
 
 Versusdeum 15. Mai 2025 
 

Welch eine Wohltat, all die Aussagen des Papstes

wie ein Schwamm in sich aufzusaugen. "Du aber, stärke Deine Brüder"! Möge der Hl. Vater alle Menschen guten Willens in der Kirche halten bzw. für die Kirche gewinnen und alle Irrenden von der Schönheit und Klarheit des Glaubens überzeugen. Und möge er dabei auch ein Leuchtturm für die ganze Welt sein. Doch für diese gewaltige Aufgabs braucht er unser inständiges Gebet!


4
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG nur noch bis 22. JUNI!!!
  2. Leo XIV. über Piusbruderschaft: „Wenn sie sich dafür entscheiden, bedauere ich das. Aber…“
  3. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  4. Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
  5. ‚Das Christentum ist in Deutschland inzwischen fast so bedroht wie das Auerhuhn‘
  6. „Alles, was auch nur entfernt katholisch aussieht, zu hinterfragen, davor zu warnen“
  7. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  8. Rückflug des Papstes von Teneriffa nach Rom um mehrere Stunden verzögert
  9. 'Ein Akt der Hoffnung': US-Bischöfe weihen die USA dem Heiligsten Herzen Jesu
  10. „NMECHA hat mehr für den christlichen glauben getan als die letzten kirchentage der @EKD“
  11. Voodoo-inspirierte Installationen in Kirchen? „Wie konnte das Erzbistum Paris so etwas genehmigen?“
  12. Fünf Mythen über den Heiligen Geist
  13. Die Menschenwürde hat keinen Reisepass
  14. Nicht spektakuläre Gesten sondern kleine Taten der Treue
  15. Erzbischof von Mailand feiert Messe für LGBT-Gruppe am Fest des Heiligsten Herzens Jesu

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz