Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  2. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  3. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  4. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  5. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  6. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  7. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  8. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“
  9. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  10. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  11. Papst versetzt umstrittenen Kurienkardinal Gambetti vom Petersdom in die Provinz
  12. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein
  13. Papst Leo: 'Ehe offenbart etwas von Gottes Geheimnis'
  14. Das Houellebecq-Szenario: Wenn die politische „Mitte“ die Ränder großfüttert
  15. Vatikan bestätigt Sexualverbrechen des toten Ordensgründers Buela

Kardinal Koch sieht keine Polarisierung Papst versus Kurie

23. April 2019 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kurienkardinal: Schon unter Johannes Paul II. und Benedikt XVI. gab es in Kirche unterschiedliche Meinungen und Kritik, heute eher Vorbehalte von traditioneller als von progressiver Seite - Franziskus ist sehr gerne Papst


Wien (kath.net/KAP) Papst Franziskus gegen die "böse Kurie" - eine immer wieder zu hörende Polarisierung dieser Art nehme er im Vatikan nicht wahr, sagte der Schweizer Kurienkardinal Kurt Koch am Karsamstag im Ö1-"Journal zu Gast". Wie schon in den Pontifikaten von Johannes Paul II. und von Benedikt XVI. gebe es innerhalb der Kirche unterschiedliche Meinungen und auch Kritik, nur kämen die Vorbehalte gegen den Kurs des argentinischen Papstes heute von traditioneller und nicht wie davor eher von progressiver Seite. Die Opposition gegen Franziskus bewertete Koch als "kleine Minderheit", deren Haltung nicht generalisiert werden sollte.

Letztlich setze jeder Papst eigene Schwerpunkte, "und ich denke, wir müssen auf die positiven Akzente schauen, die ein Papst setzt, und die unterstützen", so der Leiter des Päpstlichen Einheitsrates im Interview mit ORF-Rom-Korrespondentin Mathilde Schwabeneder. Angesprochen auf die dem Vatikan oft zugeschriebenen Intrigen sagte der seit neun Jahren an der Kurie tätige ehemalige Bischof von Basel, das erlebe er so nicht.

Papst Franziskus treffe er regelmäßig in freundlicher und offener Atmosphäre, berichtete Koch. Von argentinischen Katholiken höre er, dass sie den früheren Erzbischof von Buenos Aires so fröhlich wie davor nie erlebten. Franziskus sei sehr gerne Papst und sehe sich als "Pfarrer der Kirche", dem Seelsorge ein großes Anliegen ist.


Missbrauch: Kirche auf gutem Weg

Zum Vertrauensverlust der Kirche nach den Missbrauchsskandalen der vergangenen Jahre erklärte Kardinal Koch, die damit verbundenen Emotionen seien verständlich, viel zutage Getretenes sei "wirklich erschütternd". Als wichtige Prinzipien im Umgang mit Missbrauch in der Kirche nannte Koch als Priorität das Ernstnehmen der Opfer, eine klare "Null-Toleranz"-Haltung gegenüber diesem "Verbrechen an den Menschen" und eine effiziente Prävention.

In der Kirche würden Übergriffe doppelt schwer wiegen, denn es gebe zwei Bereich im menschlichen Leben, die sehr intim sind: Religion und Sexualität, so Koch. "Und wenn die miteinander im Konflikt, im Krieg sind - noch dazu unter dem Baldachin des Heiligen - dann ... muss der Missbrauch von Grund auf bekämpft werden."

Bereits Papst Benedikt XVI. habe viel gegen Missbrauch unternommen und zahlreiche Priester aus ihrem Amt entlassen. Der Kinderschutz-Kongress im Februar im Vatikan mit den Vorsitzenden der Bischofskonferenzen aus aller Welt habe viel zur Bewusstseinsbildung beigetragen, dass es sich beim Thema Missbrauch um ein alle Ortskirchen betreffendes Thema und nicht nur um ein "Problem des Westens" - wie davor von manchen behauptet - handelt. Koch zeigte sich überzeugt, dass die Geschichte einmal zu dem Urteil kommt: "Die katholische Kirche war jene Instanz, die dieses Problem am deutlichsten wahrgenommen hat."

Durch die Missbrauchsfälle ist es nach den Worten Kochs zu einer "tiefen Krise" der Kirche gekommen, die aber überwindbar sei. Zu den vielen Kirchenaustritten meinte der Kardinal, Hauptanliegen müsse "Seelsorge und nicht Zählsorge" sein. Es sei aber "schade, wenn die Menschen ihre religiöse Sehnsucht, die da ist, nicht mehr in der Kirche finden".

"Praktische Ökumene" beim Thema Migration

Zu seinem Zuständigkeitsbereich im Vatikan, der Ökumene, erinnerte Koch an das Gebet Jesu, dass alle seine Jünger eins seien. Die vielen Spaltungen während der 2000-jährigen Kirchengeschichte schadeten dem aufgetragenen gemeinsamen Zeugnis für Christus. Es gebe aber Fortschritte im Dialog der Kirchen, man sei heute viel weiter als zu Beginn des Ökumenismus. Gut funktioniere etwa das gemeinsame Engagement für einen menschenwürdigen Umgang mit Migration - laut Koch wegen mangelnder Solidarität eines der momentanen Krisenthemen Europas. Er selbst sei mehr mit theologischen Fragen rund um die Annäherung der Kirchen befasst, "aber der praktische Ökumenismus ist genauso wichtig".

Zu den jüngsten Auseinandersetzungen rund um die Karfreitagsregelung in Österreich sagte der Kardinal, dieser Tag sei für die Protestanten von zentraler Bedeutung. Die Katholiken legten seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil verstärtes Augenmerk auf das Triduum und damit auf alle drei Tage des Ostergeschehens. Es wäre schön, wenn die Christen diese drei Tage miteinander feiern, meinte Koch.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Adamo 25. April 2019 
 

@Marquard und Cosmas

Zu den jetzigen Kurienmitarbeitern um PF ist bereits die Charakterisierung
"HOFSCHRANZEN" genannt worden.


0
 
 Cosmas 23. April 2019 
 

BESCHWICHTIGUNGS-HOFRAT

würde man in Wien zu Kard. Koch nach diesen Äußerungen sagen.


10
 
 Marquard Imfeld 23. April 2019 
 

keine Polarisierung Papst versus Kurie?

Diese Aussage Kardinal Kochs ist meines Erachtens schwer verständlich. In den letzten Jahren hat Papst Franziskus doch so ziemlich jeden Kurienmitarbeiter aus der Kurie "entfernt", welcher es wagte, der neuen "pastoralen Glaubenslehre" zu widersprechen. Es erübrigt sich an dieser Stelle, die prominenten Namen aufzulisten. Die restlichen Kurienmitglieder polarisieren verständlicherweise nicht mehr.


14
 
 Smaragdos 23. April 2019 
 

Welche Auseinandersetzungen rund um die Karfreitagsregelung in Österreich meint er? Ich habe nichts davon gehört.


0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Koch Kardinal

  1. Kardinal Koch betont den zutiefst christozentrischen Charakter des Pontifikats von Papst Leo XIV.
  2. „Diese Einheit ist zutiefst begründet im gemeinsamen Glauben und in der einen Taufe“
  3. „Wenn wir mit Papst Benedikt XVI. diesen tiefen Ernst unserer Taufe realisieren…“
  4. Was macht die Menschenwürde unantastbar?
  5. Es ist keineswegs das Ende des Zölibats gekommen
  6. Kurienkardinal verteidigt Einsatz von Christen für Migranten
  7. Kardinal Koch: Es gibt keinen Kurienkomplott gegen den Papst
  8. Kardinal Koch: Es gibt keinen Kurienkomplott gegen den Papst
  9. Kurienkardinal Koch in Eisenstadt: Martin zeigt Gott im Leidenden
  10. Koch: Christen-Spaltung "größtes Hindernis für Evangelisierung"







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Papst versetzt umstrittenen Kurienkardinal Gambetti vom Petersdom in die Provinz
  3. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein
  4. Das Houellebecq-Szenario: Wenn die politische „Mitte“ die Ränder großfüttert
  5. Vatikan bestätigt Sexualverbrechen des toten Ordensgründers Buela
  6. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  7. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  8. Warum der Todestag des Franz von Assisi nicht sein Gedenktag ist
  9. Wo der Mensch nicht berechenbar ist
  10. Wenn das Nein nicht mehr zählt
  11. USA: Frauen klagen Planned Parenthood wegen Druck in Richtung Abtreibung
  12. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  13. Erschütterndes Historiendrama: Netflix-Serie „Fauda“ verarbeitet den Terror des 7. Oktober
  14. Muslimische Organisation: ‚In 45 Jahren wird Frankreich wieder katholisch‘
  15. Frankreichs neue „Generation Leo“: Warum die Jugend plötzlich wieder zum Papst strömt

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz