Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  2. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  3. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  4. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  5. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  6. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  7. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  8. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  9. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  10. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  11. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  12. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  13. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  14. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  15. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“

Erzbischof Marini über Johannes Paul II.: Er war für mich ein zweiter Vater

vor 41 Minuten in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ein langer Händedruck und ein letzter Blick, so erinnert sich der langjährige Päpstliche Zeremonienmeister Erzbischof Piero Marini an den Abschied von Johannes Paul II., der damals nicht mehr sprechen konnte.


Rom (kath.net/Polnischsprachige Ausgabe von „Vatican News“/pl) „Er war für mich ein zweiter Vater“, bekannte der emeritierte Kurienerzbischof Piero Marini anlässlich der feierlichen Überbringung der Reliquien des heiligen Papstes Johannes Paul II. in die Kirche „Unserer Lieben Frau von der immerwährenden Hilfe“ an der Via Merulana in Rom. In seiner Predigt berichtete der langjährige Leiter der päpstlichen Liturgiefeiern von gemeinsamen Reisen, Bischofsweihen und einer Verbundenheit, die sein Leben prägte. Das berichtete Łukasz Bankowski, Priester und Redakteur der polnischsprachigen Ausgabe von „Vatikan News“.

Begegnung in Krakau

Die Geschichte dieser Bekanntschaft begann im Mai 1973. Während eines mehrtägigen Aufenthalts in Krakau lernte Pfr. Piero Marini den damaligen Metropoliten, Kardinal Karol Wojtyła, kennen. Fünf Jahre später, als der Krakauer Erzbischof zum Papst gewählt wurde, war Marini bereits als päpstlicher Zeremonienmeister tätig. Wie er sich erinnerte, begegnete er damals erneut jenem Hirten, den er in Polen kennengelernt hatte.

In seiner Predigt ordnete er diese Bekanntschaft in den Kontext göttlicher Vorsehung ein. Rückblickend auf seinen Lebensweg erkannte er die Gegenwart Gottes in den Menschen, die ihm halfen und ihm mit Liebe begegneten. Johannes Paul II. war für ihn einer dieser „Engel“.


Mit dem Papst durch die Welt

Im Jahr 1987 ernannte Johannes Paul II. ihn zum Zeremonienmeister für die päpstlichen liturgischen Feiern. Erzbischof Marini erinnerte daran, dass er den Papst auf 74 apostolischen Reisen ins Ausland – bei denen sie mehr als hundert Länder besuchten – sowie auf etwa fünfzig Reisen innerhalb Italiens begleitete.

Jeder Reise ging ein Vorbereitungsbesuch voraus. Auf diese Weise lernte er die örtlichen Gemeinschaften kennen und erlebte die Verbindung zwischen der Liturgie und deren jeweiliger Kultur. Wie er betonte, faszinierte diese Beziehung den polnischen Papst zutiefst.

Unter Bezugnahme auf Worte von Johannes Paul II. bekannte er, dass auch er sich als „Pilger“ gefühlt habe, der „ein besonderes Heiligtum besucht: das Volk Gottes“. In den Menschen, denen er begegnete, konnte er das Antlitz Christi betrachten – „einmal am Kreuz entstellt, ein anderes Mal strahlend vor Licht, wie am Ostermorgen“.

„Du bist in den heiligsten Augenblicken an meiner Seite“

Einen besonderen Platz in seinen Erinnerungen nimmt die Bischofsweihe ein, die Johannes Paul II. ihm am 19. März 1998 spendete. Erzbischof Marini sprach bewegt von der Handauflegung durch den Papst und den Worten, die er während der Predigt vernahm.

„Indem du diese Aufgabe erfüllst, bist du in den heiligsten Augenblicken an meiner Seite“, sagte der Papst damals und dankte ihm für seinen Einsatz im liturgischen Dienst sowie für seine treue Begleitung, wohin auch immer ihn sein Petrusdienst führte. Er drückte zudem die Überzeugung aus, dass die Bischofsweihe seine Sensibilität und seinen Eifer für die Ehre Gottes sowie für das geistliche Wohl der Gläubigen noch weiter vervollkommnen werde.

Ein Abschied ohne Worte

Das persönlichste Zeugnis bezog sich auf die letzte Begegnung Anfang April 2005. „Ich bewahre die lebendige Erinnerung an einen langen Händedruck und einen letzten Blick, mit dem sich der heilige Johannes Paul II. – da er nicht mehr sprechen konnte – ein letztes Mal von mir verabschiedete“, erinnerte sich Erzbischof Marini. Der Papst lag damals, kurz vor seinem Tod, auf seinem Bett. „Er war für mich wie ein zweiter Vater gewesen“, fügte er hinzu. 

Liebe, die zum Zeugnis wird

Erinnerungen an den heiligen Papst begleiteten die Betrachtung über das höchste Gebot. Erzbischof Marini betonte, dass die Liebe zu Gott und zum Nächsten untrennbar miteinander verbunden sind und dass sich die Größe der Kirche in einer Liebe ausdrückt, die fähig ist, Hass, Verachtung und Gleichgültigkeit zu überwinden.

„Wenn wir die Kirche verlassen, beginnt unser christliches Zeugnis“, erinnerte er. Er wies zudem darauf hin, dass der Empfang der Eucharistie dazu verpflichtet, im täglichen Leben selbst zum Leib Christi zu werden. Er schloss mit dem Gebet, dass die Gedanken, Worte, Gesten und Taten der Gläubigen zu Gedanken, Worten, Gesten und Taten des Herrn werden mögen.

Verehrung der Reliquien des großen Papstes

Ein Anlaufpunkt für polnische Pilger

Das Heiligtum Unserer Lieben Frau von der immerwährenden Hilfe an der Via Merulana ist auch ein Anlaufpunkt für polnische Pilger in Rom. Für die Seelsorge der polnischen Gemeinschaft ist der Redemptorist P. Marek Kordecki zuständig. Heilige Messen in polnischer Sprache finden sonntags um 9:30 Uhr und 12:30 Uhr, mittwochs um 17:30 Uhr sowie donnerstags um 15:30 Uhr statt. Der Eucharistiefeier am Mittwoch geht um 17:00 Uhr eine Novene voraus.

Archivfoto: Papst Johannes Paul II. und Erzbischof Marini


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Erzbischof Marini über Johannes Paul II.: Er war für mich ein zweiter Vater
  2. Wortwahl dieses Berichts ist entmenschlichend und aggressiv!
  3. "Non abbiate paura - Habt keine Angst!"
  4. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  5. „Kirchliche Persilscheine für Rot-Grün-Rot“
  6. ‚Mission ist kein Gegensatz zu nachhaltiger Hilfe‘
  7. Polens Parlament stimmt für erweiterte legale Abtreibungen
  8. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“
  9. Die Ehe: Lebens- und Liebesgemeinschaft - Die Familie: Grundlage der Gesellschaft
  10. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  11. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  12. Spanischer Nationaltrainer legt WM-Pokal der berühmten Marienstatue in Saragossa zu Füßen
  13. Der Rosenkranz als Schule der Christusbetrachtung
  14. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  15. Belgien: Anteil der Euthanasiefälle in den letzten fünf Jahren verdoppelt

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz