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| ![]() „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“vor 55 Minuten in Interview, keine Lesermeinung Bischof Fredrik Hansen/Oslo im KATH.NET-Interview: „Würde ich diesen Glauben infrage stellen oder kritisieren, so würde ich in meiner Aufgabe als Lehrer versagen und Zweifel sowie Unsicherheit auslösen. Das wäre falsch.“ Von Petra Lorleberg Oslo (kath.net/pl) „Als ich zum Bischof ernannt wurde, wurde ich in Norwegen in mehreren der ersten Gespräche gefragt, ob ich an dies oder jenes glaube. Diese Fragen haben mich überrascht. Sowohl als Katholik als auch als Bischof ist der Glaube der Kirche jener Glaube, der mir überliefert wurde und zu dem ich mich bekannt habe.“ Darauf macht Fredrik Hansen, der Bischof von Oslo, im KATH.NET-Interview aufmerksam. Mit seinen 47 Jahren ist Fredrik Hansen ein junger Bischof. Gleichzeitig bringt er aber überdurchschnittliche internationale Erfahrung mit: Promotion an der Gregoriana/Rom im kanonischen Recht, stellvertretender Rektor des Collegio Teutonico di Santa Maria dell’Anima/Rom, später unterwegs im Diplomatischen Dienst des Vatikans, u.a. in Honduras und Wien, dann Bischofsweihe am 18. Januar 2025 (Hauptkonsekrator war der Kardinalstaatssekretär des Vatikans, Pietro Parolin). kath.net: Herr Bischof Hansen, Sie kamen mit 20 Jahren aus der evangelisch-lutherischen Kirche in die volle Gemeinschaft mit der römisch-katholischen Kirche. Was hatte Sie seinerzeit so angezogen, dass Sie diesen durchaus unbequemen Weg der Konversion gingen? Bischof Fredrik Hansen: Zur Zeit meiner Konversion (Ende der 1990er/Anfang der 2000er Jahre) fanden innerhalb der Lutherischen Kirche Norwegens mehrere bedeutende und sehr öffentlich geführte Debatten statt. Diese Debatten betrafen die Eucharistie, die Rolle der Bischöfe sowie die Autorität in der Kirche. Wie alle aktiven Lutheraner in Norwegen verbrachte ich viel Zeit damit, über diese Fragen nachzudenken und zu beten. Mir wurde klar, dass mein Glaube an die Eucharistie sowie mein Verständnis von Kirche und kirchlicher Autorität katholisch waren. Folglich war der richtige Schritt, die volle Gemeinschaft anzustreben. kath.net: Haben Sie in der katholischen Kirche dann gefunden, was Sie damals suchten? Bischof Hansen: Ja. Ich erinnere mich noch immer an den Frieden und die Ruhe, die ich während der Heiligen Messe empfand – wenn ich der Wandlung von Leib und Blut Christi beiwohnte, die Heilige Kommunion empfing und im Glauben der Kirche „ausruhte“ –, und zwar in den ersten Monaten, nachdem ich Katholik geworden war. Diese Aspekte des katholischen Glaubens und des Lebens als Mitglied der Kirche sind für mich bis heute von zentraler Bedeutung. kath.net: Sie haben zunächst reiche internationale Erfahrungen gesammelt, nun sind Sie innerhalb der katholischen Kirche Norwegen ebenfalls wieder multikulturell unterwegs. Welchen Stellenwert haben die Stichworte „Internationalität“ und „Weltkirchlichkeit“ für Sie? Bischof Hansen: Da ich so viele Jahre meines priesterlichen Dienstes im Ausland und in einem stark internationalen Umfeld verbracht habe – und nun eine Diözese leite, die in jeder ihrer Pfarreien die „Weltkirche“ verkörpert –, sind Internationalität und Weltkirchlichkeit tief in mir verwurzelt. Schon anlässlich meiner Ernennung zum Bischof betonte ich, dass ich mich an jedem Ort, an den ich für meinen Dienst berufen wurde, zu Hause gefühlt habe. Ich glaube, das liegt vor allem daran, dass wir alle in der Kirche zu Hause sind – immer und überall: im Glauben, im sakramentalen Leben und unter den Hirten der Kirche. kath.net: Sie haben angekündigt, eine Diözesansynode einzuberufen. Dürfen wir uns dies eher als einen Synodalen Weg wie in Deutschland vorstellen, eher im Sinne der vatikanischen Weltsynode oder werden die norwegischen Katholiken einen eigenen Stil entwickeln? Bischof Hansen: Die Diözesansynode von Oslo wird genau das sein: eine Diözesansynode. Es handelt sich um eine ehrwürdige Einrichtung im Leben der Kirche, die im Kirchenrecht klar definiert ist und ein Instrument der bischöflichen Leitung darstellt, das seinen Wert immer wieder unter Beweis gestellt hat. Als Beispiel für eine solche Diözesansynode habe ich auf die Synoden des heiligen Karl Borromäus in der Zeit nach dem Konzil von Trient verwiesen. Unsere Diözesansynode wird sich der Erarbeitung eines neuen und umfassenden Pastoralplans sowie neuer Statuten für den Pastoralrat, den Pfarrgemeinderat und die Vermögensverwaltungsräte der Pfarreien widmen – stets mit dem Ziel, die Evangelisierung und das pastorale Leben in unseren Pfarreien insgesamt zu stärken. kath.net: Welche Themen brennen den norwegischen Katholiken unter den Nägeln? Bischof Hansen: Ich möchte zwei Punkte hervorheben: die Evangelisierung junger Menschen und die Sorge für unsere Migrantengemeinschaften. Wie in weiten Teilen der Kirche möchten auch die Katholiken in Norwegen ihre Bemühungen verstärken, den Glauben weiterzugeben und die jüngeren Generationen zu einem aktiven und hingebungsvollen christlichen Leben zu ermutigen. In unserer heutigen Welt – und damit auch in der norwegischen Gesellschaft – erfordert dies sowohl die Vermittlung des Glaubensgutes als auch die Bereitstellung der notwendigen Unterstützung für junge Menschen, damit sie heute und in Zukunft als Katholiken leben können. Das Bistum Oslo ist eine von Migranten geprägte Diözese: In den meisten Pfarreien werden Messen in verschiedenen Sprachen gefeiert, es gibt zahlreiche muttersprachliche Seelsorger, und viele Gruppen erhalten Katechese in ihrer eigenen Sprache. Wie wird sich dies in Zukunft entwickeln? Wir wissen, dass künftig weniger Priester aus dem Ausland zu uns kommen werden; wir wissen, dass Migranten der zweiten und dritten Generation besser Norwegisch sprechen; und wir wissen, dass wir die Einheit und das gemeinsame Handeln in unseren Pfarreien stärken müssen. Dies erfordert viel Nachdenken und Planung. Beide Themen werden in die Arbeit der Diözesansynode einfließen. kath.net: Welchen Stellenwert hat das katholische Lehramt für Sie persönlich sowie für Sie in Ihrer Verantwortung als Hirte Ihres Bistums? Bischof Hansen: Als ich zum Bischof ernannt wurde, wurde ich in Norwegen in mehreren der ersten Gespräche gefragt, ob ich an dies oder jenes glaube. Diese Fragen haben mich überrascht. Sowohl als Katholik als auch als Bischof ist der Glaube der Kirche jener Glaube, der mir überliefert wurde und zu dem ich mich bekannt habe. Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden. Würde ich diesen Glauben infrage stellen oder kritisieren, so würde ich in meiner Aufgabe als Lehrer versagen und Zweifel sowie Unsicherheit auslösen. kath.net: Die katholische Kirche in Norwegen ist klein, aber sie wächst. Dabei spielen ja nicht nur der Zuzug von Katholiken, sondern auch die Konversionen zum katholischen Glauben eine Rolle. Welche inhaltlichen Motive nennen die Menschen für ihre Entscheidung zum Eintritt in die katholische Kirche? Bischof Hansen: Wer mehr über den katholischen Glauben erfahren möchte – sei es im Hinblick auf die volle Gemeinschaft mit der Kirche oder auf die Erwachsenentaufe –, spricht meist von seiner Suche nach der Wahrheit, nach klarer Lehre, nach einer ehrfürchtigen Liturgie und nach einer wahrhaft christlichen Gemeinschaft. Mit anderen Worten: sie suchen Jesus Christus – sein verkündetes Gesetz, seine gefeierten Mysterien und seine Jünger, die in der Caritas vereint sind. kath.net: Herr Bischof Hansen, was können wir Katholiken aus dem deutschen Sprachraum von den Katholiken in Norwegen lernen? Haben Sie ein Wort an unsere Leser? Bischof Hansen: Seid Menschen der Hoffnung! Wie unser Herr uns gesagt hat: „Ich habe die Welt besiegt“ (Joh 16,33). Foto: Bischof Hansen während der Prozession bei der Seljumanna-Messe 2026 (c) Marta Wade/katolsk.no Ihnen hat der Artikel gefallen? 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