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Ukraine: Sophienkathedrale als Leuchtturm der Hoffnung

11. Februar 2026 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Generaldirektorin des Museumskomplexes, Kukovalska, traf im Vatikan Papst Leo XIV. und berichtete über die Bedeutung der Kathedrale für die ukrainische Identität und Widerstandskraft


Vatikanstadt/Kiew (kath.net/KAP) Inmitten von Raketenalarm und Energiekrise bleibt die Sophienkathedrale in Kiew weit mehr als ein architektonisches Juwel des 11. Jahrhunderts. Für das ukrainische Volk sei sie zum ultimativen Symbol für Identität und spirituelle Standhaftigkeit geworden. - Das berichtete dieser Tage Nelia Kukovalska, die Generaldirektorin des Museumskomplexes, bei einem Besuch im Vatikan.

Bei einer persönlichen Begegnung mit Papst Leo XIV. im Anschluss an die Generalaudienz in der Audienzhalle am vergangenen Mittwoch überreichte Kukovalska dem Kirchenoberhaupt ein Faksimile des Gebetbuches von Wolodymyr dem Großen. Es war laut dem Portal "Vaticannews" ein Geschenk mit klarer Botschaft: Die Wurzeln der Ukraine seien mit dem Christentum und der europäischen Geschichte verwoben.

Für Kukovalska ist die Kathedrale kein bloßes Museum: "Sie ist das Zentrum unserer Spiritualität, unserer Staatlichkeit, der Wissenschaft und Kultur. Unsere gesamte Geschichte ist Santa Sofia. Sie ist ein Symbol der ukrainischen Nation", so Kukovalska gegenüber Vatikan-Medien


Trotz der Gefahr - im Oktober 2022 schlugen Raketen weniger als einen Kilometer entfernt ein - kehrten fast alle der 240 Mitarbeitenden zurück, um das Heiligtum zu schützen. "Von 240 Angestellten sind nur zwei im Ausland geblieben", erzählte die Direktorin stolz. Man habe die verletzlichsten Teile mit Sandsäcken verstärkt und das Angebot für die Bürger von Kiew und Binnengeflüchtete sogar erweitert.

Angesichts des Ausbleibens von Touristen aus dem Ausland sei die Kathedrale zu einem beliebten Besuchsziel für ausländische Delegationen geworden. Sie nütze die Besuche von Staatschefs, um mit russischen Geschichtsklischees aufzuräumen, so Kukovalska: "Wir erzählen ihnen die authentische Geschichte. Die Ukraine war eine Großmacht und eng mit Europa verbunden. Wir gehen nicht erst nach Europa - wir kehren formal nach Hause zurück!"

Ein besonderes Anliegen der Direktorin ist die überkonfessionelle Anziehungskraft des Ortes. Seit Beginn des Krieges sei die Sophienkathedrale zu einem Zentrum der Einheit geworden. Es finden zahlreiche Gebete für die Ukraine statt. Vertreter aller christlichen Konfessionen kämen regelmäßig im Gotteshaus zusammen. Die Kirche sei das Zentrum der Militärseelsorge: Orthodoxe, katholische und protestantische Militärkapläne würden hier ihre Ausbildung abschließen. Und die Kirche biete auch Raum für die Diplomatie. Präsident Wolodymyr Selenskyj habe eine alte Tradition aus der Zeit Jaroslaws des Weisen wiederbelebt: Die Übergabe von Beglaubigungsschreiben neuer Botschafter würde nun wieder in der Kathedrale stattfinden.

In Zeiten, in denen das kulturelle Erbe der Ukraine gezielt angegriffen wird, bleibe die Sophienkathedrale ein wichtiger Zeuge. "Ich arbeite seit 25 Jahren in diesem Bereich", so Kukovalska, "aber nie zuvor habe ich so stark gespürt, wie essenziell der Schutz unseres Erbes für unsere Zukunft ist."

Copyright 2026 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
(www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

Archivfoto der Sophienkathedrale (c) pixabay


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