Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...

29. Oktober 2026 in Kommentar


„Katholische Arbeitsstelle für missionarische Pastoral“/DBK unzufrieden: „Die Katechumenen zumeist intensiv auf individuellem Glaubensweg unterwegs, lassen sich kaum in eine klassische Gottesdienstgemeinde integrieren“ – Ach so? Von Petra Lorleberg


Bonn (kath.net) „Talsohle sei noch nicht erreicht – Pastoralexperte: Mehr Erwachsenentaufen keine Trendwende“. So entmutigend titelt das „offiziell nicht offizielle Portal der katholischen Kirche“, katholisch.de, einen Artikel. Darin wurde ein ausführlicher Beitrag des Pastoralexperten Hubertus Schönemann, Leiter der Katholischen Arbeitsstelle für missionarische Pastoral (KAMP) der Deutschen Bischofskonferenz, auf dem Portal „Feinschwarz.net“ zusammengefasst. „Die Neuaufnahmen können den Abbruch durch Austritte, Demografie und Taufunterlassung nicht kompensieren“, schreibt Schönemann und notiert säu(b)erlich: „Die Katechumenen sind zumeist intensiv auf ihrem individuellen Glaubensweg unterwegs. Sie lassen sich kaum in eine klassische Gottesdienstgemeinde integrieren“ – dieser Gedanke fließt auch in den Beitrag des genannten „offiziell nicht offiziellen“ Portals mit ein.

Der Artikel auf dem „offiziell nicht offiziellen Portal“ der katholischen Kirche in Deutschland schließt: „Mit Blick auf die angespannte Finanzlage der ostdeutschen Bistümer und den absehbaren Mangel an hauptberuflichem Personal fordert Schönemann in seinem Beitrag ‚zu nachhaltigen Lösungen auf, die die kirchliche Praxis verändern‘. Beispielhaft nennt er das Bistum Magdeburg, das bei alternativen Leitungsformen in Pfarreien bereits jetzt ‚experimentell weit vorangegangen‘ und damit unterwegs zu einer Kirche der Beteiligung anderer Art sei.“ Dazu möchte ich denken: Nachtigall, ick hör dir trapsen…

Auf dem Facebook-Auftritt des Portals findet sich bedenkenswerte Kritik:
- Man könne „nicht den jahrzehntelangen weitgehenden Verzicht auf eine Weitergabe des Glaubens über Nacht kompensieren“, schreibt ein Facebook-User. Denn es sei ja „alles“ verpönt gewesen: „Glaubensinformation, Evangelisierung, missionarisches Auftreten, Liturgie usw. … Auf Gemeindeebene der Festausschuss voll, der Bibelkreis leer. Eine gewisse Zeit hat die Folklore noch überlebt, bis sich auch da der Traditionsabriss gezeigt hat (den Rom immerhin auch diagnostiziert).“

- Jemand rät: Vielleicht sollte „man so ansetzen, dass auch Menschen, die ‚intensiv auf ihrem Glaubensweg unterwegs sind‘“, in den Gemeinden „einen Platz finden?“.

Dazu möchte ich nur daran erinnern: Der Passauer Bischof Stefan Oster hatte bereits im Frühjahr in einem Blogbeitrag auf „Zeichen der Erneuerung jenseits des Synodalen Weges“ hingewiesen. Dafür zählte er auf „die vielen Taufen junger Erwachsener in Frankreich, in Belgien, in der westlichen Schweiz; die signifikante Neu- oder Wiederentdeckung des katholischen Glaubens mehrheitlich durch junge Männer in England und in den USA; die Suche junger Menschen nach Glaubensidentität auch bei uns“. 

Oster brachte dann allerdings ernüchtert auf den Punkt, dass es zwar „dieses wachsende Interesse auch bei uns“ gebe – „aber anderes als in anderen Ländern fragt sich das katholische Establishment hierzulande: Wollen wir diese überhaupt haben? Es sind nämlich überwiegend keine Interessenten, die sich von den Themen des synodalen Weges bewegen lassen, sondern offenbar weit häufiger Menschen, die nach Tiefe suchen, nach authentischer, existenzieller Spiritualität, nach der Schönheit der Liturgie, nach intellektueller Auseinandersetzung mit der großen Tradition. Also – um es mit dem inkriminierten Wort zu sagen – eher Konservative.“ Ich möchte schließen mit: Quod erat demonstrandum.

Link zum kath.net-Beitrag mit obigem Zitat: Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg - Ich meine zu sehen, dass sich in unserer Kirche seit Beginn des Synodalen Weges die Polarisierungen zwischen liberal-progressiven und eher traditionsorientieren, konservativen Positionen verstärkt haben“, innerhalb DBK, Klerus und den Gläubigen.


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