
27. September 2026 in Spirituelles
Nach seinem triumphalen Parisbesuch ist Papst Leo nun in Lourdes und betet in der Erscheinungsgrotte – Leos kurzes Gebet in voller Länge: Marias „leuchtende Botschaft des Gebets, der Umkehr und der Hoffnung“. Von Petra Lorleberg/kath.net
Lourdes (kath.net/pl) Als dritter Papst in der Geschichte von Lourdes steht Papst Leo am Samstagabend in der Erscheinungsgrotte von Massabielle, von der aus die Marienverehrung ab dem Jahr der Erscheinungen 1858 weltweit neue Impulse und Kraft erhalten hatten. Vor Leo waren hier die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. gewesen, aber auch alle anderen zeitgenössische Päpste ab dem Jahr 1858 hatten die Erscheinungen in Lourdes immer positiv gewertet, angefangen von Papst Pius IX., in dessen Pontifikat die Erscheinungen stattgefunden hatten.
Die Filmkamera zeigt Papst Leo trotz seines enormen Programms, das er seit seiner Ankunft gestern Morgen in Frankreich absolviert hat, freundlich, offen, ja frisch und aufmerksam in allen Begegnungen. Man kann durchaus rätseln, woher der 71-Jährige die Kraft dafür nimmt.
In Lourdes jedenfalls nimmt er sich einen Moment der Stille und des Gebets. Trotz der auf ihn gerichteten geballten medialen Aufmerksamkeit, trotz des Menschenauflaufs schließt der in der Erscheinungsgrotte kniende Papst die Augen und sammelt sich. Anschließend berührt er – nach der Sitte vieler Gläubiger besonders in Südeuropa und Lateinamerika – den Fels der Erscheinungsgrotte mehrfach mit seiner Hand und sucht dabei spürbar den Anschluss an das übernatürliche Geschehen der Erscheinungen Mariens. Außerdem trinkt er ein Glas Lourdeswasser und entzündet eine Kerze. Dann wendet er sich dem Erscheinungsort zu (an dem heute eine Marienstatue steht) und spricht ein Gebet.
kath.net dokumentiert das Gebet von Papst Leo XIV. in der Erscheinungsgrotte von Massabielle im Heiligtum Unserer Lieben Frau von Lourdes am Samstag, den 26. September 2026, im Rahmen seines Apostolischen Besuches von Frankreich in voller Länge:
Unsere liebe Frau von Lourdes, Unbefleckte Empfängnis, an diesem gesegneten Ort, an dem du so sanft und liebevoll zur heiligen Bernadette, dieser demütigen Tochter des französischen Volkes, gesprochen hast, um der Welt eine leuchtende Botschaft des Gebets, der Bekehrung und der Hoffnung zu übermitteln, eilen wir voll Vertrauen zu dir; du bist die Mutter, die uns Jesus geschenkt hat, und du hast ein offenes Ohr für all unsere Nöte.
Wir bitten dich, Unsere Liebe Frau, für Frankreich, dessen Patronin du bist und das du seit so vielen Jahrhunderten mit deinem Schutz umgeben hast. Erwirke für sein Volk die Gabe brüderlicher Eintracht. Möge es in er Lage sein, eine harmonische Gesellschaft zu bilden, die alle Gewalt und allen Hass verbannt und es allen ermöglicht, zu arbeiten, eine Familie zu gründen und das Leben ganz in Ruhe und Gelassenheit zu leben. Mögen die Benachteiligten und Ärmsten stets Unterstützung erfahren. Erbitte Frankreich weise und großherzige Regierende, die bereit sind, sich aufzuopfern, die fähig sind, sich den Herausforderungen zu stellen und die sich danach sehnen, dem Gemeinwohl zu dienen. Mögen sie das Land im Konzert der Nationen in Frieden bewahren. Mögen sie seiner Stimme Gehör verschaffen, zur Verteidigung der grundlegenden Menschenrechte und zur Förderung des Friedens in der Welt, indem sie die Logik des Krieges für immer zurückweisen.
Heilige Jungfrau Maria, wir empfehlen dir das Volk Gottes in diesem Land an, das du durch deine Nähe so geprägt hast. Erneuere den Glauben und den Eifer der christlichen Familien, die dir so sehr am Herzen liegen, sodass sie Tag für Tag aus der Gegenwart Jesu, aus seiner Gnade und mit seinem Beistand die Schwierigkeiten meistern können, denen sie im Leben begegnen. Mögen sie großherzig für das Leben offen sein, und möge Gott in ihnen Berufungen wecken, insbesondere zum Priester- und Ordensleben. Gewähre deiner Kirche in Frankreich, dass sie vor allem den Jüngsten den leuchtenden Weg des Evangeliums weist, um jene gerechte und brüderliche Gesellschaft aufbauen zu können, nach der sie sich sehnen.
Schließlich, liebevolle Mutter, vertrauen wir dir unsere drängendsten persönlichen Anliegen an, insbesondere die der Kranken und Leidenden sowie all jener, die sie begleiten und die gemeinsam hierhergekommen sind, um Kraft und Heilung zu erlangen. Wir vertrauen dir unsere Angehörigen und unsere lieben Verstorbenen an. Bitte beseitige alle Hindernisse, die uns noch von deinem geliebten Sohn trennen, und gib, dass er in allen Herzen herrsche.
Amen.
Fotos (c) Vatican News/Livestream/Screenshots
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