
13. August 2026 in Kommentar
Warum sieht das Bistum Augsburg ausgerechnet beim eigenen Kirchensteuereinzug kein Problem zwischen der Verknüpfung von Geld und Sakramenten? - Eine Glosse von Roland Noé
München-Augsburg (kath.net)
Vor einigen Tagen gab es in Deutschland eine bemerkenswerte Meldung: Der katholische Unternehmer und Buchautor Peter Löw wollte 40 Familien in der Pfarreiengemeinschaft Starnberg, die ihr Kind katholisch taufen lassen, jeweils 500 Euro schenken. So weit, so gut. Dem Unternehmer gehe es dabei um den Glauben, nicht ums Geld, ließ er mitteilen.
Doch dann folgten die typischen „deutschen Reflexe“: Das Bistum Augsburg ging umgehend auf Distanz. Man kritisierte als katholisches (!) Bistum allen Ernstes, ob es in Zeiten der Ökumene sinnvoll sei, eine solche Prämie auf die eigene Konfession zu beschränken.
Zudem verwies das Bistum darauf, dass jeder Gläubige das Recht auf den Empfang der Sakramente habe, sofern die Voraussetzungen gegeben seien: „Katholische Eltern sind sogar verpflichtet, ihre Kinder baldmöglichst taufen zu lassen und im christlichen Glauben zu erziehen.“ Die Entscheidung der Eltern setze zudem eine bewusste Glaubensentscheidung voraus.
Spannend: Während in der Seelsorgepraxis kaum ein Pfarrer überprüft, wie es um den tatsächlichen Glauben der Eltern bestellt ist, wird hier plötzlich die „bewusste Glaubensentscheidung“ hochgehalten.
Besonders bemerkenswert ist jedoch folgender Satz in der Augsburger Stellungnahme: „Wo Sakramentenempfang und finanzielle Aspekte, wie gut gemeint auch immer, zu nahe zusammenrücken, bleibt aus kirchlicher Sicht unwillkürlich ein schales Gefühl.“
Eine Frage hätte ich da noch angesichts des deutschen Kirchensteuersystems: Wie verträgt sich dieses „schale Gefühl“ mit der hundertprozentigen Verknüpfung von Geld und Sakramenten durch die Kirchensteuer? Wer die Zahlung durch einen Kirchenaustritt verweigert, verliert nach Lesart der Deutschen Bischofskonferenz schließlich das Recht auf den Empfang der Sakramente.
Dass diese Koppelung theologisch fragwürdig ist und den lieben Gott dieses deutsch-bürokratische Denken kaum interessieren dürfte, steht auf einem anderen Blatt. Aber warum sieht das Bistum Augsburg ausgerechnet beim eigenen Kirchensteuereinzug kein Problem zwischen der Verknüpfung von Geld und Sakramenten?
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