Festnahme nach Schändungen in Medjugorje - Bischof ruft zu Gebet auf

28. Juli 2026 in Aktuelles


Mutmaßlicher Täter nach Brandanschlag auf Außenaltar und Schändung mehrerer Marienstatuen festgenommen - Bischof Palic ruft zu Gebet, Vergebung und Frieden auf - Jugendfestival mit 50.000 Teilnehmern soll wie geplant beginnen - VIDEO


Medjugorje (kath.net/KAP) Nach den Vandalismusakten gegen mehrere religiöse Stätten in Medjugorje am Dienstag hat die Polizei noch am selben Tag einen Tatverdächtigen festgenommen. Wie die Polizei der Gespanschaft West-Herzegowina mitteilte, handelt es sich um einen 31-jährigen ausländischen Staatsbürger, der von Beamten der Polizeistation Citluk identifiziert und festgenommen wurde. Nach bisherigen Ermittlungen steht der Mann im Verdacht, am frühen Dienstagmorgen an mehreren Orten des Wallfahrtsortes Sachbeschädigungen begangen zu haben. 

Die Identifizierung gelang laut Polizei unter anderem durch die Auswertung von Überwachungskameras. Der Verdächtige wurde zur weiteren kriminalpolizeilichen Bearbeitung auf die Polizeistation Citluk gebracht, die zuständige Staatsanwaltschaft informiert. Die Ermittlungen zur vollständigen Aufklärung des Falls dauern an. Das Innenministerium dankte Bürgern, Bergrettung, Feuerwehr und Medien für Hinweise, die zur Festnahme beigetragen hätten.

Schmähbotschaften, Vandalismus und Brandanschlag

In der Nacht auf Dienstag waren mehrere Marienstatuen auf dem Erscheinungsberg Podbrdo sowie am sogenannten Blauen Kreuz mit schwarzer Farbe beschmiert und mit Schmähbotschaften in englischer Sprache verunstaltet worden. Auf dem Podbrdo fanden sich unter anderem die Aufschrift "Devil in a skirt" ("Teufel im Rock") sowie Transparente mit Botschaften gegen Medjugorje, die Jungfrau Maria und die Seher der berichteten Marienerscheinungen. 

Auch vom Kreuzberg Krizevac wurden Spuren von Vandalismus gemeldet. Zudem wurde gegen 5 Uhr ein Brand am Außenaltar hinter der Pfarrkirche St. Jakobus gelegt. Das Feuer konnte rasch gelöscht werden und griff nicht auf das Kirchengebäude über, beschädigte jedoch den erst kürzlich renovierten Altar. In sozialen Medien verbreiteten sich Videoaufnahmen einer Überwachungskamera, die den mutmaßlichen Täter beim Übergießen und Anzünden des Altars zeigen sollen. Durch ein schnelles Eingreifen eines Sicherheitsmitarbeiters sowie die Unterstützung der Franziskaner der Pfarre sei verhindert worden, dass sich die Flammen auf die angrenzende Pfarrkirche ausbreiten konnten. 

Die Vorfälle ereigneten sich unmittelbar vor Beginn des 37. Internationalen Jugendfestivals "Mladifest", das am Samstag (1. August) startet und zu dem rund 50.000 junge Pilger aus aller Welt erwartet werden. Der beschädigte Außenaltar bildet traditionell das liturgische Zentrum der Großveranstaltung. Die Pfarre Medjugorje erklärte, das Heiligtum bleibe trotz der Vorfälle geöffnet. Das Gebetsprogramm werde ohne Einschränkungen fortgesetzt, die beschädigten Bereiche würden gereinigt und instand gesetzt. Zugleich rief die Pfarre die Gläubigen dazu auf, "mit Gebet, Fasten und Vergebung" auf die Ereignisse zu antworten und für die Umkehr der Verantwortlichen zu beten.

Bischof von Mostar: Aufruf zur Erneuerung

Mit deutlichen Worten reagierte auch der Bischof von Mostar-Duvno, Petar Palic. Er habe die Nachricht von der Schändung "mit tiefer Trauer" aufgenommen. Solche Taten träfen "nicht nur Steine, Statuen oder Altäre", sondern "verletzen die Herzen vieler Gläubiger, die an diesen Orten Gott, Frieden, Umkehr und Trost suchen". Jede Schändung eines Heiligtums sei zugleich "ein Aufruf an uns Christen, uns zu fragen, wie offen unsere eigenen Herzen für Gott sind". Zwar könnten Heiligtümer "von Menschenhand wieder aufgebaut werden", noch wichtiger aber sei "die Erneuerung der menschlichen Herzen".

Palic betonte zudem, unterschiedliche Auffassungen über Medjugorje könnten "Hass, Gewalt oder die Schändung von Gebetsstätten" niemals rechtfertigen. "Wo ein Mensch aufrichtig kommt, um Gott zu suchen, sind andere dazu aufgerufen, sein Gewissen und sein Recht auf das Gebet zu achten", erklärte der Bischof. Er rief die Gläubigen auf, nicht mit Verbitterung oder Verurteilungen zu reagieren, sondern mit "Gebet, Fasten, Vergebung, Vertrauen auf Gottes Vorsehung und der eigenen Umkehr". Mit Blick auf den Römerbrief mahnte er: "Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute."

Abschließend versicherte der Bischof den Pilgern seine geistliche Verbundenheit. Er bete dafür, dass Gott "die Herzen jener erleuchtet, die diese Tat begangen haben", und ihnen "die Gnade der Umkehr" schenke. Das Ereignis solle zu noch intensiverem Gebet "für den Frieden unter den Menschen, für die Achtung vor dem Heiligen und für die Einheit aller" anspornen. Seine Erklärung schloss Palic mit den Worten: "Kein Akt des Hasses kann das Licht auslöschen, das Gott im Herzen des Menschen entzündet. Christus hat die Welt besiegt, und seine Liebe bleibt stärker als jede Gewalt."

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Rome Reports: Brandanschlag und Schändungen in Medjugorje (spanisch)

⛪️? Ya están restaurando la imagen de la Reina de la Paz en el monte de las apariciones de Medjugorje, profanada la madrugada del martes 28 de julio. El altar para las misas masivas tardará más pues fue incendiado pic.twitter.com/SbXuMQhc6v

— P. Jorge Enrique Mújica, LC (@web_pastor) July 28, 2026

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