Scharfe Kritik an CDU: Birgit Kelle rechnet nach Leihmutterschafts-Fällen mit Partei ab

16. Juli 2026 in Deutschland


Katholische Publizistin an Jens Spahn & Co.: "Frauen als Brutkästen benutzen ist ok, solange man es im Ausland macht und nicht auf deutschem Boden?"


Köln-Berlin (kath.net/gem/rn)  Die bekannte Publizistin und Buchautorin Birgit Kelle hat auf der Plattform X (ehemals Twitter) zu einer Generalabrechnung mit der CDU angesetzt. Auslöser ist die Nachricht, dass nach dem CDU-Bundestagsabgeordneten Hendrik Streeck nun offenbar auch das prominente CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn gemeinsam mit seinem Ehemann ein Kind durch eine im Ausland durchgeführte Leihmutterschaft bekommen hat.

Kelle zeigt sich tief erschüttert über das Verhalten der Unionspolitiker und die moralische Doppelmoral in den eigenen Reihen der Partei. Sie erklärte unmissverständlich: „Ich bin jetzt fertig mit euch, CDU.“

In ihrem Beitrag kritisiert Kelle scharf, dass mit Spahn und Streeck innerhalb weniger Monate zwei Bundestagsabgeordnete der CDU das in Deutschland geltende Verbot der Leihmutterschaft umgangen hätten, um sich „in Übersee ein Kind [zu] besorgen“. Als gewählte Volksvertreter und Teil der Legislative sendeten sie damit ein verheerendes Signal an die Bevölkerung:

„Welches Beispiel ist das als Vertreter der Legislativen: Gesetze werden gemacht, aber sie gelten nicht für uns? Soll doch das Volk sich dran halten, denn wir haben Geld und kaufen uns Kinder im Ausland?“

Kelle spricht in diesem Zusammenhang die ethischen Grauzonen und die Ausbeutung von Frauen an, die mit der Praxis der Leihmutterschaft untrennbar verbunden sind. Sie stellt die provokante Frage: „Frauen als Brutkästen benutzen ist ok, solange man es im Ausland macht und nicht auf deutschem Boden?“

Die Publizistin verweist zudem auf die jüngsten internationalen und europäischen Entwicklungen zur Bewertung dieser Praxis. Leihmutterschaft sei innerhalb der Europäischen Union mittlerweile auf eine Stufe mit Menschenhandel und organisierter Kriminalität gestellt worden. Erst kürzlich habe zudem die UN-Sonderberichterstatterin für Gewalt gegen Frauen und Kinder die globale Praxis der Leihmutterschaft als systematische Ausbeutung von Frauen und als Handel mit Kindern verurteilt.

Besonders das ausbleibende Eingreifen oder die fehlende Distanzierung der Parteispitze stößt bei Kelle auf Unverständnis. Bereits nach dem Bekanntwerden des Falls von Hendrik Streeck habe in der Partei „betretenes Schweigen“ geherrscht.

Sollte sich dieses Schweigen nun auch im Fall von Jens Spahn wiederholen, sieht Kelle das christliche Fundament der Partei endgültig zerstört. Ihre Kernforderung an die Union lautet daher: „Wenn es hier wieder das gleiche betretene Schweigen gibt wie nach dem ‚Baby-Glück‘ des Kollegen Streeck, dann bitte streicht das C aus dem Parteinamen und lasst es einfach.“


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