
15. Juli 2026 in Deutschland
Gegen „häretische Interpretationen“ und den deutschen Reformkurs: Engagierte Laien und Bischof Eleganti gründen neue wertkonservative Bewegung als Alternative zu ZdK und DBK.
Offenbach a.M. (kath.net) Inmitten der anhaltenden Spannungen um den kirchenpolitischen Kurs in Deutschland hat sich am vergangenen Sonntag in Offenbach am Main eine neue Vereinigung romtreuer Katholiken formiert. Die Initiatoren verstehen sich als eine Bewegung für wertkonservative Gläubige, die im aktuellen kirchlichen Establishment und in den offiziellen Gremien keine Heimat mehr finden. Die Neugründung soll jenen eine verlässliche Stimme verleihen, die sich vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) explizit nicht vertreten fühlen und von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) nicht gehört werden.
Die Gründerbasis setzt sich international zusammen: Zu ihr gehören Deutsche aus dem In- und Ausland, in Deutschland lebende Katholiken ausländischer Herkunft sowie Gläubige weltweit mit einem engen Bezug zu Deutschland. Trotz des spürbaren Gefühls der Marginalisierung betonen die Verantwortlichen, dass wertkonservative Katholiken in den deutschen Pfarrgemeinden keineswegs eine Minderheit darstellen – sie seien lediglich in der medialen Berichterstattung und im offiziellen Dialog faktisch unsichtbar geworden. Diese Repräsentationslücke soll der neue Verein nun schließen. Er steht sowohl Laien als auch Geistlichen offen, definiert sich jedoch kirchenrechtlich dezidiert als Laienbewegung im Sinne des Konzilsdekrets über das Laienapostolat (Apostolicam Actuositatem) vom 18. November 1965.
Das primäre Ziel der Bewegung ist die Stärkung des katholischen Glaubens und die Festigung der unverbrüchlichen Treue zum römischen Lehramt. Eine enge Vernetzung mit Gleichgesinnten sowie bereits bestehenden gläubigen Verbänden wird ausdrücklich angestrebt.
Prominente Unterstützung erhält die Initiative aus dem Episkopat. Das Gründungsmitglied Bischof Marian Eleganti fand deutliche Worte zum Start der Bewegung: „Wir wollen den Glauben verteidigen gegenüber häretischen Interpretationen und Verfälschungen.“
Der neu gewählte Vorsitzende, der Rechtsanwalt Thommy Schott, der die Bewegung auch initiiert hat, übte scharfe Kritik an den jüngsten Entwicklungen innerhalb der deutschen Kirchenlandschaft und verwies dabei auf den vergangenen Katholikentag in Würzburg. Dort habe man deutlich gesehen, wie viele Gläubige mittlerweile dächten, „die Reformen aus der Regenbogenwelt seien das, was jetzt römisch-katholisch sei“, so Schott.
Schott machte für diese Verwirrung eine gezielte Begrifflichkeit und mediale Dynamiken verantwortlich: „Die Wortfindungen der Reformhirten haben zu diesen Irrtümern beigetragen genau so wie die Presse, die immer weniger ihrer Informationspflicht nachkommt, sondern eine bestimmte Haltung vermittelt.“ Der Jurist stellte unmissverständlich klar: „Wir meinen jedoch, dass die Abschaffung des Zölibats, die Weiheämter für Frauen und eine Sexualmoral wider der Heiligen Schrift nicht ‚anders-katholisch‘ sind, sondern gar nicht katholisch.“
Die Neugründung reagiert damit auf eine tiefe Entfremdung, die viele Gläubige angesichts des aktuellen Kurses der offiziellen Kirche in Deutschland empfinden. Gleichzeitig warnte Schott vor den globalen Konsequenzen dieses Sonderwegs: „Eine Spaltung der Kirche in Deutschland aber ist eine Spaltung der Weltkirche, denn wir sind eins.“ Die Bewegung sieht sich daher in der Pflicht, Gegenakzente zu setzen. „Wir werden zeigen, dass der Glaube unserer Väter der wahre Glaube ist“, erklärte der Vorsitzende und lud alle Katholiken herzlich dazu ein, die Bewegung durch Mitwirkung, Unterstützung oder eine Mitgliedschaft zu stärken.
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