„SpielerInnen“ - Der österreichische „Witze“-Kanzler und Merz-Geschwätz

1. Juli 2026 in Kommentar


Ein Kommentar von Roland Noé über Gott und die Welt(meisterschaft) und warum manche Politiker wie Friedrich Merz und Andreas Babler besser beim Fussball-Thema schweigen sollten.


Wien (kath.net/rn)
In der eigenen Heimat hat er die niedrigsten Beliebtheitswerte, die in Österreich überhaupt möglich sind. Die eigene Partei verliert eine Wahl nach der anderen. Sei’s drum. Andreas Babler, SPÖ-Chef und selbsternannter Retter des Proletariats, wollte sich nach den jüngsten Erfolgen wohl ein wenig im Glanz der österreichischen Nationalmannschaft sonnen. Bei seiner Gratulation bezeichnete er David Alaba, Konrad Laimer, Sasa Kalajdzic und Co. nach der Rückkehr gleich zweimal als „SpielerInnen“. Er wollte dem Nationalteam eben unbedingt ausrichten, wie stolz das ganze Land auf die „SpielerInnen“ sei. Oh mein Gott, denkt man sich da. Ist das noch ein ernstzunehmender Spitzenpolitiker oder vielleicht doch eher ein Witze-Kanzler der Herzen, den in Österreich kaum mehr jemand für voll nimmt? Eine Frage hätte ich an Herrn Babler: Wann treten Sie endlich zurück?

Ernst nehmen sollten wir hingegen die Fußballer, die uns am Sonntagmorgen - ich war mit meinem Sohn um 4.00 Uhr live dabei - Drama pur beschert haben. In der 93. Minute war Österreich gefühlt schon von der WM verabschiedet, drei Minuten später durch ein sensationelles Tor von Sasa Kalajdzic wieder mitten im Rennen. Was in den TV-Sequenzen nur am Rande zu sehen war: Der Stürmer bekreuzigte sich nach dem unfassbaren Treffer. Der deutsche Star-Kommentator Corni Küpper brachte es auf den Punkt: „Das verrückteste Spiel, das ich je kommentiert habe!“ Genau so war es. Kalajdzic, der in Österreich auf Jahre hinaus als Fußballheld festsitzen dürfte, gilt als gläubiger Christ – und er ist, wie man immer öfter auf den Rasenplätzen der Welt sieht, damit keineswegs allein.

Ein herzliches Beileid zum Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft geht derweil nach Deutschland. Schlimmer als das frühe Scheitern selbst war dort eigentlich als Beobachter von aussen der "staatstragende Kommentar" von CDU-Chef Friedrich Merz: „Auch wenn das Ausscheiden schmerzt: Was für ein Spiel, DFB-Team! Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch.“ – Da fehlen einem glatt die Worte für so viel Phrasendrescherei.

Echten Respekt verdient bei dieser WM ganz andere Gesten: Die unglaublich fairen Japaner etwa, die nach jedem Spiel vorbildlich ihren Müll aus dem Stadion räumten. Und Respekt gebührt auch Neymar, dem brasilianischen Superstar und gläubigen Christ sowie seinen Teamkollegen, die nach dem Sieg die tief enttäuschten japanischen Spieler umarmten und trösteten. Auch Brasiliens Trainer Carlo Ancelotti, der bekanntlich ohne sein Bild von Padre Pio keinen Trainerhocker betritt, jubelte über den Triumph nur sehr verhalten – aus purem Respekt vor dem Gegner. 

Was mich aber schon immer bei solchen Events fasziniert hat, ist die Begeisterung der Fans für eine Sache und der unglaubliche Einsatz der vielen Spieler, die alles tun, um ein Tor zu schießen oder es zu verhindern. WOW, hier könnte die deutschsprachige Kirche einiges lernen. Begeisterung für eine Sache, Begeisterung für Jesus! Man muss es so sagen: Bei einer Weltmeisterschaft wäre die deutschsprachige Kirche vermutlich nicht dabei. Sie würde – im Vergleich zu anderen Ländern – in der 7. Regionalliga spielen. Ganz oben mitspielen würden vielleicht Kirchen aus Afrika, den USA, Polen und einigen anderen Ländern.

 
 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von Corni Küpper (@c_kuepper)

 

Incrível esse momento do jogador do Brasil consolando e dando forças ao jogador do Japão depois da vitória do Brasil. pic.twitter.com/lIujK0sQb6

— Pedro Ronchi (@PedroRonchi2) June 29, 2026

 


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