
2. Juni 2026 in Weltkirche
Nach heftiger Kritik an geplanten „Zuhörräumen“ statt Beichtstühlen haben die Erzdiözesen Madrid und Barcelona ihre Vorbereitungen für den Besuch von Papst Leo XIV. im Juni 2026 nachgebessert.
Madrid (kath.net/LifeSiteNews/jg)
Papst Leo XIV. wird von 6. bis 9. Juni Madrid und anschließend von 9. bis 10. Juni Barcelona besuchen. Im Vorfeld hatte besonders die Ankündigung der Erzdiözese Madrid für Aufsehen gesorgt, bei der Jugendvigil und den Großveranstaltungen keine Beichtstühle aufzustellen. Stattdessen sollten sogenannte „Zuhörräume“ von Laienmitarbeitern betreut werden, um Gespräche und Begleitung anzubieten – ohne das Sakrament der Beichte zu ersetzen.
Nach der öffentlichen Kontroverse hat die Erzdiözese Madrid nun klargestellt, dass die Pfarreien während des gesamten Papstbesuchs für die Beichte geöffnet bleiben. Weihbischof Vicente Martín Muñoz forderte die Priester und Gemeindeleiter auf, Kirchen und Kapellen besonders in der Nacht vom 6. auf den 7. Juni offen zu halten. Zudem wird die Almudena Kathedrale am 5. Juni eine Vorbereitungsvigil mit Beichtmöglichkeit anbieten.
Die „Zuhörräume“ sollen dennoch parallel zur Verfügung stehen. Die Erzdiözese begründete die ursprüngliche Entscheidung unter anderem mit logistischen Herausforderungen, da die Priester am folgenden Tag bereits die Fronleichnams-Messe mitfeiern müssen.
Deutlich anders fällt die Planung in Barcelona aus. Dort werden im Lluís Companys Olympiastadion während der Jugendvigil 50 Beichtstühle aufgestellt. Der Direktor des Diözesansekretariats für Pastoral, Carlos Bosch, erklärte, die Veranstaltung werde in zwei Teile gegliedert: einen Willkommens- und Katecheseteil mit Zeugnissen, Gesprächen und einer Zeit für das Sakrament der Versöhnung, gefolgt vom Gebet mit dem Papst.
Die ursprüngliche Planung für Madrid hatte in Spanien und international für Kritik gesorgt. Einige Organisatoren hatten sich für einen großen „Versöhnungstag“ mit Hunderten von Priestern ausgesprochen, andere sahen die Beichte besser in den Gemeinden vorab angesiedelt. Die Entscheidung gegen sichtbare Beichtgelegenheiten bei den Großveranstaltungen wurde von Kritikern als verpasste Chance für die Jugendlichen bewertet.
Das Konzept der „Zuhörräume“ erinnert an eine ähnliche Initiative im Petersdom in Rom aus dem Jahr 2025, die auch Nicht-Praktizierenden und Nicht-Katholiken offenstand.
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