
22. April 2026 in Österreich
Ein Jahr nach dem Tod von Franziskus sieht Wallner die katholische Kirche unter Leo XIV. in „ruhigerem Fahrwasser“. Der neue Papst setze bewusst auf Ordnung, Verwaltungssicherheit und Kontinuität statt auf persönliche Inszenierung.
Wien (kath.net) In einem Grundsatzinterview mit krone.tv hat Pater Karl Wallner, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Österreich, eine erste Bilanz zum neuen Pontifikat von Papst Leo XIV. gezogen und gleichzeitig eine scharfe Debatte über Integration und den politischen Islam in Österreich angestoßen.
Ein Jahr nach dem Tod von Franziskus sieht Wallner die katholische Kirche unter Leo XIV. in „ruhigerem Fahrwasser“. Der neue Papst setze bewusst auf Ordnung, Verwaltungssicherheit und Kontinuität statt auf persönliche Inszenierung. Während das Christentum in Europa in einer tiefen Krise stecke, blicke die Weltkirche nach Süden. „Afrika ist der Zukunftskontinent“, so Wallner mit Verweis auf die erste große Auslandsreise des Papstes. Dort wachse die Kirche jährlich um Millionen Mitglieder, während die Bedeutung Europas schwinde.
Besonders deutlich wurde der Ordensmann bei der innerösterreichischen Sicherheits- und Integrationspolitik. Wallner mahnte eine härtere Gangart gegenüber radikalen Strömungen an. „Wir sind beim politischen Islam zu naiv“, warnte Wallner. Er betonte, dass der politische Islam mit der westlichen Demokratie unvereinbar sei. Gleichzeitig unterschied er klar zwischen dem Islam als Religion und dem Islamismus. Viele Muslime in Österreich seien friedlich und integrationswillig. Im Bereich Bildung und Integration forderte er ein Ende der Zurückhaltung. Wer nach Österreich komme, müsse die Sprache lernen und die hiesigen Regeln sowie Werte ohne Wenn und Aber akzeptieren.
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