
10. April 2026 in Aktuelles
Bereits nächste Woche beginnen historische Friedensgespräche zwischen Israel und Libanon - Dies teilte Premierministers Benjamin Netanjahu am Donnerstagabend mit
Jerusalem/Beirut (kath.net/gem/rn) Sensationelle Wende in einer der blutigsten Konfliktzonen der Welt: Wie das Büro des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu am Donnerstagabend offiziell bestätigte, werden Israel und der Libanon bereits ab direkte Friedensverhandlungen aufnehmen. Laut israelischen Medienberichten könnten die Gespräche über ein Friedensabkommen und die Entwaffnung der Hisbollah bereits am kommenden Dienstag beginnen.
Was Jahrzehnte lang undenkbar schien, rückt nun in greifbare Nähe. Netanjahu wies sein Kabinett an, die Vorbereitungen für diesen „historischen Schritt“ umgehend abzuschließen. Die Nachricht markiert einen Wendepunkt in einer Geschichte, die seit fast 80 Jahren von Krieg, Besatzung und Terror geprägt ist. Um die Bedeutung dieser Ankündigung zu verstehen, hilft ein Blick auf das Jahr 1948. Seit der Staatsgründung Israels befinden sich beide Länder de facto in einem Kriegszustand. Der Libanon nahm 1948 am ersten arabisch-israelischen Krieg teil, schloss aber 1949 lediglich ein Waffenstillstandsabkommen, das bis heute die fragile Grundlage der Beziehungen bildet. In den 70er Jahren wurde der Südlibanon zum Aufmarschgebiet der PLO. Israel marschierte 1982 bis nach Beirut vor, um die Terrorgefahr zu bannen. Aus dem Widerstand gegen diese Besatzung entstand mit iranischer Hilfe die Hisbollah, die seither zum „Staat im Staate“ und zum Hauptfeind Israels wurde.
Laut US-Berichten sollen die ersten Gespräche unter Vermittlung der Trump-Administration im US-Außenministerium in Washington stattfinden. Der entscheidende und zugleich schwierigste Punkt der Verhandlungen ist die vollständige Entwaffnung der Hisbollah-Miliz.
© 2026 www.kath.net