
12. Februar 2026 in Aktuelles
Während das iranische Regime weiterhin mit Massenhinrichtung gegen die eigene Bevölkerung vorgeht, sorgt ein Glückwunschschreiben aus den höchsten Kreisen der Weltgemeinschaft für Entsetzen.
New York (kath.net/gem/rn) Während das iranische Regime weiterhin mit beispielloser Härte gegen die eigene Bevölkerung vorgeht, sorgt ein Glückwunschschreiben aus den höchsten Kreisen der Weltgemeinschaft für Entsetzen. UN-Generalsekretär Antonio Guterres übermittelte den Mullahs in Teheran zum Jahrestag der „Islamischen Revolution“ erstnhaft seine „herzlichsten Glückwünsche“ und zeigt damit die moralische Schieflage der Organisation.
Der 11. Februar 1979 markiert den Beginn der radikalislamischen Diktatur im Iran – ein System, das heute weltweit mit Massenhinrichtungen, systematischer Folter und der brutalen Unterdrückung von Frauen assoziiert wird. Dennoch wählte der UN-Chef Worte, die Kritiker als „diplomatischen Hohn“ bezeichnen. Wie die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA berichtet, bezeichnete Guterres Nationalfeiertage als Gelegenheit, über den Beitrag eines Landes zur internationalen Gemeinschaft und die Ideale, die seine Zukunft prägen, nachzudenken.
In dem Schreiben gibt es kein Wort zu den zehntausenden Toten. Erst im Januar verübten Milizen des Regimes eines der blutigsten Massaker der jüngeren Geschichte an Demonstranten. Der Zynismus des Dialogs ist: Guterres betonte die Bedeutung von „Dialog und Solidarität“, während das Regime jeglichen Dialog mit der Opposition durch Gewalt unterbindet. Der Fall weckt Erinnerungen an vergangene Fehltritte westlicher Politik. Noch 2019 hatte der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier „herzliche Glückwünsche“ im Namen der Deutschen nach Teheran geschickt – eine Praxis, die Berlin nach massiver Kritik inzwischen eingestellt hat. Dass nun ausgerechnet die Spitze der Vereinten Nationen, die eigentlich als Hüterin der Menschenrechte fungieren sollte, diesen Weg einschlägt, wiegt schwer.
Zusätzlich heizt ein bevorstehender Termin die Gemüter auf: Am 23. Februar soll der iranische Außenminister Abbas Araghtschi vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf sprechen – auf Einladung der UN. Die NGO UN Watch reagierte bereits mit einer drastischen Forderung und rief die Schweizer Behörden dazu auf, Araghtschi wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit festzunehmen, sollte er europäischen Boden betreten.
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