
3. Februar 2026 in Deutschland
„Cicero“ titelt: „Die Missbrauchskrise der Kirche neu erzählt – Schuldiges Opfer?“
München (kath.net) „Als Priester, Aktivist und Missbrauchsbetroffener wird Wolfgang Rothe mit dem Bayerischen Verfassungsorden geehrt. Doch hinter dem festlichen Auftritt stehen alte Skandale, Gerichtsentscheidungen und innerkirchliche Konflikte. Eine Geschichte über Macht, Schuld und Deutungshoheit.“ Das ist der Untertitel zum „Cicero“-Beitrag von Benjamin Leven, Redaktionsleiter der Zeitschrift „Communio“.
Der „Cicero“-Beitrag berichtet, dass der Priester Rothe von mehreren Bischöfen gegenüber offiziellen Stellen scharf kritisiert sei, wie eine Recherche des Magazins „Cicero“ zeigt.
Gegen die Berufung Rothes in den DBK-Betroffenenbeirat hätten der Münchner Erzbischof Reinhard Kardinal Marx und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer Ende 2024 internen Protest eingelegt, berichtet der „Cicero“. Bischof Voderholzer erläuterte gegenüber dem „Cicero“, Zitat: „Zu wissen, dass ein Priester, der als Subregens sexuelle Beziehungen zu seiner Fürsorge anvertrauten Seminaristen unterhielt, Mitglied im Betroffenenbeirat bei der DBK ist, der seine Stimme nicht zuletzt stellvertretend für solche jungen Menschen erheben will, die in asymmetrischen Machtgefügen Opfer von sexuellem oder geistlichem Missbrauch wurden, ist für mich unerträglich.“
Nach Angaben des „Cicero“ hat auch das „Dikasterium für die Priester“ des Vatikans Rothe 2025 durch den St. Pöltener Bischof Alois Schwarz eine „kanonische Verwarnung“ aussprechen lassen. Nach allem, was man weiß, ermahnte Bischof Schwarz darin den in St. Pölten inkardinierten Priester, weil dieser wiederholt „zu kirchlichen Persönlichkeiten und Ereignissen Stellung genommen“ und „dadurch das Ansehen der Kirche in Österreich und Deutschland erheblich schädigt“ habe.
Der Priester und Kirchenrechtler Rothe, der seit geraumer Zeit im Erzbistum München tätig ist, war 2024 vom Bischof Georg Bätzing (Limburg), dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, in den DBK-Betroffenenbeirat für Opfer sexuellen Missbrauchs in der römisch-katholischen Kirche in Deutschland berufen worden. 2025 hatte er vom Bundeslang Bayern den „Bayerischen Verfassungsorden“ verliehen bekommen, wertgeschätzt wurde dabei sein „mutiges Eintreten für die Rechte von Missbrauchsopfern“.
Rothe hatte bereits 2004 in seiner Zeit als Subregens des Priesterseminars in St. Pölten mit medialer Aufmerksamkeit zu tun, in diese Zeit datieren auch die Vorwürfe, er habe eine sexuelle Beziehung mit einem der Priesterseminaristen seines Hauses gehabt. Es gilt die Unschuldsvermutung.
© 2026 www.kath.net