
16. Jänner 2026 in Weltkirche
Russischer Auslandsgeheimdienst wirft Patriarch Bartholomaios vor, auf vielfältige Weise Orthodoxie zu spalten und Zwietracht zu säen
Moskau/Istanbul (kath.net/KAP) Das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel hat jüngste schwere Angriffe vonseiten des russischen Auslandsgeheimdienstes gegen Patriarch Bartholomaios (Archivfoto) entschieden zurückgewiesen. In einer offiziellen Erklärung des Patriarchats vom Dienstag hieß es: "Die Mutterkirche von Konstantinopel - die auch die Mutterkirche Russlands ist - drückt ihr tiefes Bedauern über den erneuten russischen Angriff auf die Person Seiner Heiligkeit, des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios, aus, der diesmal von staatlichen Stellen des Landes verübt wurde."
Die russische Nachrichtenagentur TASS veröffentlichte am Montag eine Mitteilung des Geheimdienstes, wonach der Patriarch auf verschiedene Weise versuche, die Orthodoxie zu spalten und Zwietracht zu säen. So arbeite Patriarch Bartholomaios etwa aktiv mit dem britischen Geheimdienst zusammen, um in europäischen Ländern die Russisch-orthodoxe Kirche zu schwächen.
Besonders umtriebig sei der Patriarch im Baltikum, wo er sich zudem auf ideologischen Verbündeten stütze, die in der Mitteilung als lokale Nationalisten und Neonazis bezeichnet werden. Ziel sei es, die litauischen, lettischen und estnischen orthodoxen Kirchen vom Moskauer Patriarchat zu trennen und Priester und ihre Gemeinden in Marionetten-Religionsstrukturen zu locken, die von Konstantinopel künstlich geschaffen wurden.
Der "aggressive Machthunger" des Patriarchen von Konstantinopel beschränke sich aber nicht auf die Ukraine und das Baltikum. Die "Heimtücke" des Patriarchen greife von Osteuropa auch auf den Balkan über. So wolle Bartholomaios der umstrittenen und nicht anerkannten montenegrinischen Orthodoxen Kirche die Unabhängigkeit gewähren, um damit der Serbisch-orthodoxen Kirche eines auszuwischen, wie es in der Mitteilung hieß. In kirchlichen Kreisen werde beobachtet, so der besorgte Geheimdienst, dass Bartholomaios den "lebendigen Leib der Kirche buchstäblich zerreißt".
Das Patriarchat von Konstantinopel erinnerte in seiner Erwiderung am Dienstag daran, dass es seit 2018, als man der Kirche der Ukraine den Status der Autokephalie verlieh, konsequent davon abgesehen habe, auf zahlreiche ähnliche Angriffe zu reagieren. Es handle sich um "fantasievolle Szenarien, Falschnachrichten, Beleidigungen und erfundene Informationen jeglicher Art durch Propagandisten". Er werde sich davon nicht entmutigen lassen, so Patriarch Bartholomaios.
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