Streit um Papstkreuz im Wiener Donaupark

2. Jänner 2026 in Österreich


Die NEOS möchten das Papstkreuz ‚kontextualisieren‘ – mit Gedenktafeln von Opfern der Verfolgung durch Christen wie Giordano Bruno. Ein ‚boshafter Akt‘ gegen das christliche Erbe Österreichs, hält die ÖVP dagegen.


Wien (kath.net/jg)
Anlässlich des Besuches von Papst Johannes Paul II. in Wien wurde im Donaupark ein 40 Meter hohes und 56 Tonnen schweres Kreuz aus Stahl errichtet. Johannes Paul II. feierte dort eine heilige Messe vor ungefähr 350.000 Personen, der wahrscheinlich größten Menschenansammlung in Österreich nach dem 2. Weltkrieg, berichtet die österreichische Kronen Zeitung.

Die Fraktion der NEOS (Neues Österreich) in der Bezirksvertretung des Wiener Bezirks Donaustadt brachten nun einen Antrag ein, das Papstkreuz zu „kontextualisieren“. Das Kreuz benötige eine historische und gesellschaftliche Einordnung, verlangt die Partei. Konkret sollen Gedenktafeln mit Inschriften für Anna Göldi, Hypatia von Alexandria und Giordano Bruno in der Nähe des Kreuzes aufgestellt werden.

Anna Göldi wurde 1782 in Glarus (Schweiz) hingerichtet. Sie war die letzte Frau der Schweiz und Westeuropas, die wegen des Vorwurfs der Hexerei getötet wurde. Hypatia wurde im Jahr 415 n. Chr. In Alexandria (Ägypten) von einem religiösen Mob getötet. Giordano Bruno wurde im Jahr 1600 in Rom wegen Ketzerei und Magie hingerichtet.

Die Österreichische Volkspartei (ÖVP) kann diesem Vorschlag nichts abgewinnen. Offenbar sei kein Platz mehr für religiöse Symbole, heißt es gegenüber der Kronen Zeitung. Einen Zusammenhang zwischen dem Papstbesuch und den für die Gedenktafeln genannten Personen könne man beim besten Willen nicht erkennen. Der Antrag der NEOS wertet die Volkspartei als „einen boshaften Akt gegen das christliche Erbe Österreichs“.

Der Antrag der NEOS wurde der Kulturkommission zugewiesen, die ihn weiter behandeln muss.

 


© 2026 www.kath.net