Orthodoxe Kirche von Zypern übt heftige Kritik am Westen

31. März 2025 in Weltkirche


Erklärung des Synods: Europas Angst vor Islamophobie stärker als christliche Solidarität


Nikosia (kath.net/KAP) Heftige Kritik am christlichen Westen hat die Orthodoxe Kirche Zyperns geübt. Auf der jüngsten Sitzung des Synods befassten sich die Bischöfe unter dem Vorsitz von Erzbischof Georgios (Papachrysostomou) u.a. mit der Lage der Christen im Nahen Osten, besonders in Syrien. Europa und andere Länder seien gleichgültig gegenüber der Notlage der Christen, weil sie Angst davor hätten, der Islamophobie beschuldigt zu werden, hieß es in einer Erklärung des Synods, über die das Portal "OrthoChristian" berichtete.

Die Zukunft der Christen im Nahen Osten sei insgesamt düster, hielten die Bischöfe fest. Besondere Sorgen bereite die Situation des orthodoxen Patriarchats von Antiochien. Die Mehrzahl der Christen in Syrien gehört dem Patriarchat an. Die Auslöschung des Christentums an jenen Orten, an denen die Botschaft des Evangeliums erstmals gehört und wo sich das Christentum zuerst verbreitete, dürfe nicht hingenommen werden.

Der Synod teilte zudem mit, dass in allen orthodoxen Kirchen in Zypern am 5. Fastensonntag (6. April) Spendenaktion für die Not leidenden Christen in Syrien stattfinden werden.

Die orthodoxen Bischöfe befassten sich auf ihrer Sitzung auch mit der Lage der Kirchen im besetzten Teil Zyperns. In der Erklärung ist von einem "erbärmlichen Zustand" der Kirchen in den türkisch besetzten Gebieten die Rede. Die örtlichen Behörden werden beschuldigt, deren Reparatur nicht zu gestatten. Das sei "ein Ausdruck des Bestrebens der Türkei, jede Spur zu beseitigen, die von unserer jahrhundertelangen Anwesenheit in unseren heute besetzten Gebieten zeugt", so die orthodoxen Bischöfe. Der Synod forderte die UNO auf, ihrer Mission endlich gerecht zu werden, indem sie sich einer Lösung des Problems annimmt.

Rund 77 Prozent der Bewohner Zyperns gehören zur orthodoxen Kirche. Die meisten Christen leben seit der türkischen Besetzung des Nordteils im Jahr 1974 im Südteil der Insel. Dort sind mehr als 93 Prozent der rund 850.000 Einwohner orthodox. Katholiken und Anglikaner bilden eine kleine Minderheit.

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